DDR-Kunst in Uppsala. Foto: Aila Stefansdotter-Franck/Sveriges Radio
DDR-Kunst in Uppsala Foto: Aila Stefansdotter-Franck/Sveriges Radio

DDR-Kunst auferstanden in Uppsala

1:46 min

Ein von DDR-Propaganda inspiriertes Kunstwerk an der neuen Einkaufspromenade von Uppsala erzürnt die Gemüter.

Das Werk stellt ein Propagandabild aus DDR-Zeiten dar, das als eines von vielen Kunstobjekten die neue Paradestraße säumen soll. Die Zentrumspartei fordert nun die Entfernung des Werkes aus dem Stadtbild.

Am Carolinabacken in Uppsala ist die DDR wiederauferstanden – in Form eines Wandgemäldes auf der Mauer der dort gelegenen Wärmezentrale. Das Bild zeigt einen Demonstrationszug im realsozialistischen Propagandastil, mit strahlenden gestählten Arbeitern, glücklichen Kindern in Pionieruniform und DDR-Funktionären.

Politikern ein Dorn im Auge

Bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Liberalen, stößt im rot-rot-grün regierten Uppsala das Bild seit Wochen schon auf. Therez Olsson, die für die Konservativen im Stadtrat sitzt, nannte es den „schwarzen Fleck der Parademeile“. Nun geht der Ortsverband der Zentrumspartei noch einen Schritt weiter und fordert die unverzügliche Entfernung des Kunstwerks. Die DDR-Wandbemalung repräsentiere eine verschwundene, menschenverachtende Zeit. Ein solches Motiv habe keinen Platz in dem Uppsala, für das die Zentrumspartei einstehe, so Stefan Hanna von der Partei in einer Pressemitteilung am Dienstag.

Eine Mehrheit im Stadtrat gibt dem Kunstprojekt aber die Unterstützung.

Größeres Kunstprojekt

Sabina Andersson von der Kulturverwaltung von Uppsala erklärt, warum die Stadt gerade diese Darstellung an der neuen Zentralallee genehmigt hat:

„Das Bild ist Teil eines größeren Kunstprojektes. Man muss eigentlich alle Teile sehen, um das Konzept zu verstehen. Die Idee ist, Objekte aus anderen Teilen der Welt zu kopieren und sie hier entlang der Paradestraße aufzustellen. Es geht hier nicht darum, die DDR-Zeit auf Uppsala zu projizieren. Die Idee ist vielmehr, Gedanken darüber zu wecken, was Paraden bedeutet haben und was sie immer noch für uns bedeuten.“

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