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(Publicerat igår kl 23.44)
Ross Tensta Gymnasium (Foto: Christy Chamy/Sveriges Radio)
Ross Tensta-Gymnasium (Foto: Christy Chamy/Sveriges Radio)
Gesetzlosigkeit im Klassenzimmer

Stockholm schließt Chaos-Schule

"Das Schulsystem macht es Vorort-Schulen schwer"
4:28 min

Chaos im Unterricht, Konflikte zuhauf, resignierte Lehrer und Schüler, die die Macht im Klassenzimmer übernommen haben: Die Situation am Ross Tensta-Gymnasium im Stockholmer Vorort Tensta war letztlich nicht mehr haltbar. Nach harter Kritik durch die Schulinspektion hat die Stadt Stockholm jetzt entschieden, das Gymnasium (in Schweden umfasst ein Gymnasium die Klassenstufen 10 bis 12) zu schließen. Betroffen sind an die 600 Schüler.

„Trotz großer Anstrengungen von Schulleitung, Personal und Verwaltung hat man die Probleme nicht in den Griff bekommen“, so Olle Burell, sozialdemokratischer Schulsenator in Stockholm.

Das Image der Schule war seit langem nicht das beste. Gelegen in einem vorwiegend von Migranten bewohnten Gebiet, das regelmäßig mit Kriminalität Schlagzeilen macht, kämpfte auch das Ross Tensta-Gymnasium mit dem Ruf, eine Stätte fortschreitender Gesetzlosigkeit zu sein. Der Bericht der Schulinspektion bestätigt diesen Ruf nun überdeutlich. Die Rede ist da von Schlägereien als weit verbreitetem Mittel zur Konfliktlösung und von Lehrern, die aufmüpfigen Schülern aus Angst vor Drohungen und Gewalt längst nicht mehr widersprechen. Aufschlussreich sind nicht zuletzt die Live-Berichte aus insgesamt 35 Unterrichtsstunden, die die Inspektoren in der Problemschule durchlitten. Die Schüler schauten im Unterricht per Smartphone Filme ihrer Wahl und dächten nicht daran, die Lautstärke zu drosseln, heißt es unter anderem. Sie führten Unterhaltungen von einem Ende des Klassenraums zum anderen und verließen den Raum häufig und nach Gutdünken. Vielfach sei der Unterricht aufgrund des allgemeinen Durcheinanders überhaupt nicht durchführbar gewesen.

Umfeld: mangelhaft

Was ist schief gelaufen? Schulleiterin Sofie Abrahamsson sucht auf Nachfrage des Schwedischen Rundfunks die Antwort vor allem im sozialen Umfeld: „Wir haben hier im Gebiet eine Verschiebung von Normen bemerkt, die sich auch auf unsere Schüler auswirkt. In den Grundschulen hier ist das Problem übrigens ähnlich gelagert. Viele unserer Jugendlichen sind in einem schiefen sozialen Kontext gelandet. Das hat unsere Schule natürlich enorm beeinflusst.“

Nicht umsonst gehört Tensta zu jenen Stockholmer Problembezirken, in denen die Polizei seit vergangenem Jahr ihre Ressourcen massiv aufgestockt hat. Ist deshalb aber per Automatik auch in einer Schule in Tensta Hopfen und Malz verloren? Die in Schwedens Schulen allgemein weit verbreitete (und auch in internationalen Vergleichsstudien kritisierte) Laissez-Faire-Attitüde bei Lehrern und Lernenden dürfte auch im konkreten Fall zur Lösung der Probleme kaum beigetragen haben. Dass der Umfang dieser Probleme nicht samt und sonders nach außen dringe, lag zudem im Interesse des Gymnasiums, das als sogenannte Freischule Gewinne mit öffentlichen Geldern macht und sich daher gegenüber den Kunden (sprich Schülern) als attraktiv darstellen muss. Dies freilich war in letzter Zeit immer weniger geglückt. Gerade mal 0,2 Schüler hatten sich statistisch gesehen zuletzt auf einen Platz an der Schule beworben.

Besseres Konzept?

Schulsenator Olle Burell sieht das Ross Tensta-Gymnasium als Teil eines problematischen Ganzen. Der Sozialdemokrat gehört zur wachsenden Schar der Kritiker des sogenannten Freischulen-Systems, das die Wahlfreiheit für Schüler stärken sollte, laut den Kritikern letztlich aber Segregation weiter befördert hat.

„In den letzten Jahren verzeichnen wir in Stockholm eine Entwicklung, die deutlich macht, dass es viele Schulen in den Außenbezirken sehr schwer haben“, so Burell. „Wir haben ein Schulsystem, das für Schulen in den Vororten schlechte Bedingungen schafft, und das finde ich tragisch. Wir wollen nun ein Konzept andenken, das Schüler aus ganz Stockholm anlocken kann, und dann einen Neustart wagen.“

Die Schüler des Gymnasiums sollen nun auf andere Schulen verteilt werden, neue Schüler werden nicht mehr angenommen. Schulleiterin Sofie Abrahamsson sieht in der Schließung zumindest einen Nutzen:„Sie macht ein Problem deutlich und zeigt, unter welch harten Bedingungen wir als Gymnasium hier im Vorort arbeiten.“

SR/Anne Rentzsch (Interviews: Anna Björkman/Simon Andrén)

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