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Många kvinnor lider av endometrios utan veta om det. Foto: Fredrik Persson/TT.
Viele Betroffe - und auch Mediziner - halten Endometriose für gewöhnliche Regelschmerzen (Foto: Fredrik Persson/TT)
Volkskrankheit

Mehr Mittel für Endometriose-Behandlung

"Als würde man einen Eierstock umdrehen"
4:16 min

200.000 Frauen in Schweden leiden unter der chronischen und erblichen Krankheit Endometriose. Dennoch herrscht in Schweden eine weit verbreitete Unkenntnis über diese Volkskrankheit, nicht zuletzt im Gesundheitswesen. Nun schießt die Regierung Extramittel zu, um diesen Missstand zu beheben.

Seit ihrem 16. Lebensjahr ist Malin Aktin wegen ihrer Beschwerden in Behandlung. Im Schwedischen Rundfunk erzählt sie von den Beeinträchtigungen, mit denen sie seit fast 20 Jahren lebt. 

„Das ist wie plötzliche schwere Regelschmerzen, ein Stechen als würde jemand einen Eierstock umdrehen. Ich will mich dann nur auf den Boden legen und schreien. Diese Schmerzen können ganz plötzlich auftreten und dann muss ich sofort in die Notaufnahme. Manchmal halten die Regelschmerzen mehrere Wochen an, aber dann kann ich es oft auch aushalten und muss nicht ins Krankenhaus.“ 

Späte Diagnose mit schweren Folgen 

Malin Aktin ist eine der rund 200.000 Frauen in Schweden, die unter Endometriose leiden. Bei der erblichen und chronischen Krankheit wächst Gewebe der Gebärmutterschleimhaut wie eine Geschwulst außerhalb der Gebärmutter. Dies verursacht neben Schmerzen Entzündungen, Schwellungen und Narben. Das Risiko für Eierstockkrebs und Unfruchtbarkeit steigt. 

Je später die Betroffenen eine Diagnose bekommen, desto schwerer sind die Folgen für die Einzelne – aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Darauf weist Gynäkologin Margita Gustafsson hin, die sich im Krankenhaus im westschwedischen Kungsbacka seit Jahren für eine verbesserte Behandlung von Endometriose-Erkrankten einsetzt. Die derzeitige Unkenntnis über die Krankheit und deren Folgen ist laut Gustafsson eine „gesamtwirtschaftliche Katastrophe“. 

Im Schwedischen Rundfunk erklärte sie: „Vor einigen Jahren haben wir eine Studie durchgeführt, wonach Frauen zwischen 20 und 25 Jahren das Gesundheitssystem im Normalfall rund 2.000 Euro im Jahr kosten. Frauen mit Endometriose dagegen benötigen eine medizinische Versorgung für etwa 9.000 Euro jährlich. Je eher die Ärmsten eine richtige Diagnose bekommen, umso stärker lassen sich also die Kosten im Gesundheitswesen senken. Dann gibt es aber noch andere Aspekte: Frauen mit Endometriose sind vermutlich weniger in Ausbildung und Erwerbstätigkeit eingebunden, schlicht weil sie es nicht schaffen. Die Krankheit ist so vielschichtig und wirkt sich zum Beispiel auch auf die Beziehung aus und auf die Scheidungszahlen.“ 

Frauenkrankheiten eher uninteressant 

Im Schnitt warten Patientinnen rund acht Jahre auf eine korrekte Diagnose und damit auf die richtige Hormonbehandlung und schmerzlindernde Mittel. In ganz Schweden gibt es lediglich zwei Endometriose-Zentren. Einige wenige Frauenkliniken haben Spezialisten-Teams. Unter Frauen im gebärfähigen Alter tritt Endometriose häufiger auf als Rheumatismus oder Diabetes Typ 1. 

Malin Aktin erinnert sich noch gut, wie die behandelnden Ärzte zu Anfang auf ihre Schmerzen reagierten: Sie sei eine Frau, da könne das vorkommen, habe es geheißen. Seit ihrer Diagnose vor fünf Jahren sei es deutlich besser geworden. 

„Ich habe gelernt, damit zu leben, denn es gibt nichts, was man spezifisch dagegen unternehmen könnte.“ 

Dass das Interesse an Endometriose bei den Medizinern so gering ist, liegt Gynäkologin Gustafsson zufolge daran, dass es sich um eine reine Frauenkrankheit handelt. 

„Ich halte es für naiv zu glauben, dass wir irgendwann landesweit eine gleichberechtigte medizinische Versorgung haben werden. Es wird immer eine unterschiedlich gewichtete Interessenslage bei den Medizinern geben und auch eine unterschiedliche Kompetenz bei der Diagnostizierung. Gerade bei Endometriose sind wir nicht besonders genau.“ 

Gesundheitsminister Gabriel Wikström kündigte am Donnerstag Sondermittel in Höhe von umgerechnet 600.000 Euro für das Zentralamt für Gesundheit und Sozialwesen an. Damit sollen Richtlinien für die verbesserte Behandlung von an Endometriose erkrankten Frauen erstellt werden.

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