Die schwedische Agentur für Arbeit soll künftig den richtigen Praktikanten fürs richtige Praktikum finden - damit es mit der Integration auf dem Arbeitsmarkt besser klappt (Foto: Yvonne Åsell / SvD / TT)
Bekommt künftig mehr zu tun - und muss wohl selbst als Behörde auch Praktikumsplätze anbieten Foto: Yvonne Åsell / SvD / TT) Foto: Yvonne Åsell / SvD / TT
Integration

Behörden-Praktika für Flüchtlinge

Mit dem richtigen Praktikum ins Berufsleben
2:47 min

Schwedens Behörden sollen sich stärker an der Integration der Flüchtlinge beteiligen. Die Regierung will verfügen, dass die Behörden jährlich 1.000 Praktikumsplätze bereitstellen.

350 Behörden gibt es in Schweden, Praktikumsplätze gäbe es dort also genug. Bislang hat die schwedische Regierung jedoch vor allem Druck auf die private Wirtschaft gemacht, offen für die Beschäftigung von Flüchtlingen zu sein. Nun betont der zuständige Minister Ardalan Shekarabi, dass die Behörden am Zug seien. 

Im Schwedischen Rundfunk sagte er: „Im privaten Sektor gibt es bereits viele gute Initiativen, wo Unternehmen viel Verantwortung übernehmen, um den Flüchtlingen einen guten Einstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass auch die öffentliche Hand ihren Teil der Verantwortung trägt.“ 

Behörden-Schweden ziert sich 

Zunächst geht es um einen Zeitraum von drei Jahren. 1.000 Praktikumsplätze per Jahr sollen die Behörden in dieser Zeit freimachen. Ausgenommen sind ein knappes Dutzend Behörden wie etwa der Staatsschutz, aus Sicherheitsgründen, oder auch die Wahlbehörde. 

Viele Behörden hatten sich lange geziert, Praktikanten aufzunehmen und hatten darauf verwiesen, dass die anspruchsvollen Arbeitsaufgaben nur mit einem akademischen Examen erfüllt werden könnten. Diese Argumente will die Regierung nun nicht länger zulassen. Schließlich brächten viele Flüchtlinge eine relevante Berufsausbildung mit. 

Die besten Chancen für Einwanderer, die gerade ihre Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben, sieht Minister Shekarabi im Bereich der Hochschulen und Universitäten. 

„Dort gibt es ein großes Interesse an Akademikern. Es gibt schon jetzt mehrere Alternativen. Doch auch andere Behörden wie die Arbeitsämter, die staatliche Krankenkasse oder ähnlich große Institutionen haben Bedarf. Selbst die kleineren können Spezialisten gebrauchen.“ 

Vom perfekten Praktikum zum Job 

Mathias Wahlsten ist bei der Agentur für Arbeit für Integrationsfragen zuständig und reagiert positiv auf die Ankündigung der Regierung. Allerdings würden weit mehr als 1.000 Praktikumsplätze im Jahr nötig sein. Allein im vergangenen Jahr wurden über 160.000 Flüchtlinge in Schweden registriert. Die Prognosen für dieses Jahr gehen von 70.000 bis 140.000 aus. 

Im Schwedischen Rundfunk erklärte Wahlsten: „Wir brauchen in sämtlichen Bereichen mehr Arbeitgeber, die bereit sind, Migranten zu beschäftigen. Es wird für uns vor allem darum gehen, für jeden Einzelnen einen so passenden Praktikumsplatz wie möglich zu finden, so dass er oder sie den größtmöglichen Nutzen daraus zieht. Dasselbe gilt natürlich für die Arbeitgeber. Erst dann können gute Chancen für eine spätere Anstellung entstehen.“

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