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Forscher warnt

Neue Pässe einfach zu fälschen

Publicerat onsdag 10 februari 2016 kl 14.01
"Sie können alles ablesen"
(3:26 min)
Tatort Flughafen? (Foto: Pontus Lundahl/TT)
Tatort Flughafen? (Foto: Pontus Lundahl/TT)

Die biometrischen Pässe, die innerhalb der Europäischen Union seit 2009 im Gebrauch sind, können vergleichsweise leicht gefälscht werden. Hackern bieten die eingespeicherten Informationen ein breites Betätigungsfeld, zeigen Versuche an der Königlich-Technischen Hochschule Stockholm.

Fälschungssicher sollten sie sein und somit die Gesellschaft besser vor Gefahren schützen: Die neuen Pässe mit elektronischen Komponenten wurden auf Drängen der USA nach den Terroranschlägen vom September 2001 weltweit eingeführt. Auf einem Chip im Pass sind Informationen über Fingerabdrücke und Gesichts-Maße gespeichert – Angaben, mit deren Hilfe die Identität des Reisenden festgestellt werden kann. Oder auch nicht: Lars Strömberg, Biometrie-Forscher an der Königlich-Technischen Hochschule in Stockholm, ahnte Unrat von Anfang an. Er war dabei, als man in der Europäischen Union über die Einführung der Pässe beriet. Die große gespeicherte Datenmenge verlange wirkungsvollen Schutz, betonte er damals.

Zu schwierig, zu teuer

„Wir drangen darauf, die Informationen hochgradig zu verschlüsseln, um einen Missbrauch zu verhindern. Aber ein paar andere Länder waren dagegen; sie fanden, das wäre zu teuer und zu kompliziert. Das Ganze endete also in einem Kompromiss. Infolgedessen ist der Inhalt des Passes, der auf dem RFID-Chip gespeichert ist, für Unbefugte ziemlich leicht abrufbar.“

RFID steht für Radio frequency identification, Identifikation über Radiofrequenzen. Über Radiofrequenzen gibt der Chip Informationen ab. Um die Frequenzen aufzufangen, braucht man ein spezielles Messinstrument. Mit Hilfe dieses Messinstruments ließen sich die auf dem Pass gespeicherten Daten leicht abrufen, erläutert Lars Strömberg. Während ein Reisender also mit dem Pass in der Tasche auf dem Flugplatz herumspaziere, biete er eine ideale Angriffsfläche für Hacker.

Datenklau per Antenne

„Sie können deinen Namen ablesen, deine Personennummer, deine Fingerabdrücke, deine Gesichtsgeometrie – ja, im Prinzip sämtliche Informationen, die der Pass enthält, und obendrein noch ein paar Kontrollziffern“, so Lars Strömberg. Aus Schweden sind dem Wissenschaftler noch keine entsprechenden Fälle bekannt, in Deutschland hingegen sei der Datenklau bereits auf mehreren größeren Flughäfen beobachtet worden: „Da hat man Leute bemerkt, meist junge Männer, die mit einem Laptop dasitzen, der mit einer kleinen Antenne ausgestattet ist – und damit im Prinzip alle im Umkreis von zehn Metern abhören.“ Dies klappe ausgezeichnet, versichert Strömberg, man habe dies an seiner Hochschule mit Versuchen belegt. Für Hacker bietet die Abhörtechnik hervorragende Geschäftsmöglichkeiten: „Man kann neue Pässe herstellen, das sehen wir in Nahost, aber beispielsweise auch in Russland. Die einzigen Pässe, die wir bisher offiziell zurückverfolgen konnten, waren schwedische Pässe, hergestellt in Israel.“

Niklas Zachrisson, deutsche Bearbeitung: Anne Rentzsch

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