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Asylpraxis

Verteilung von Flüchtlingen: Schlupfloch für reiche Gemeinden

Publicerat tisdag 16 februari 2016 kl 13.19
Verteilungsgesetz wird untergraben
2:24 min
Unbegleitete Minderjährige
Wo soll es hingehen? Foto: John Alexander Sahlin/TT.

Trotz Gesetz zur gleichmäßigeren Verteilung von Asylbewerbern schicken schwedische Kommunen „ihre“ Flüchtlinge an andere Gemeinden weiter.

In Danderyd nördlich von Stockholm etwa waren über 60 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge platziert – nur drei davon befinden sich aber tatsächlich in dieser Kommune. Laut Olle Reichenberg von der Kommunalverwaltung fanden sich nicht genügend Pflegefamilien in Danderyd:

„Ich würde mir mehr Pflegefamilien in Danderyd wünschen, aber es kommen sehr viele unbegleitete Minderjährige, und wir können einfach nicht mehr Familien auftun. Wir haben Anzeigen in der Lokalpresse geschaltet und Informationsabende abgehalten. Viele haben auch Interesse angemeldet. Aber dann, wenn man verstanden hat, welche große Aufgabe das ist, hat bei vielen das Interesse wieder abgenommen“, so Olle Reichenberg, Vorsitzender der Kommunalverwaltung Danderyd, gegenüber Radio Schweden.

Auf Pflegefamilien angewiesen

Von allen EU-Staaten hat Schweden mit Abstand die meisten minderjährigen Asylbewerber ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten aufgenommen. Die Unterbringung gestaltet sich in vielen Kommunen aber schwierig, fehlen doch wie in Danderyd entsprechende Einrichtungen. Solche Gemeinden sind dann auf private Pflegefamilien angewiesen – oder sie bringen die jungen Asylbewerber eben in einer anderen Kommune unter.

Gesetzlich ist es erlaubt, wenn die Kommunen untereinander Übereinkünfte treffen. Die Ursprungskommune kommt weiterhin für die Kosten der Unterbringung auf. Mit entsprechenden Zuschüssen wird auch der Schulbesuch in der neuen Heimatgemeinde mitfinanziert.

Reiche Gemeinden sträuben sich

Die Ungleichverteilung von Flüchtlingen in Schweden ist auch ein Abbild des finanziellen Gefälles zwischen den Kommunen. Reichere Gemeindebezirke wie Danderyd oder Vaxholm nehmen generell wenig Asylbewerber auf. Wenn die Migrationsbehörde sie im Falle der Minderjährigen zur Aufnahme zwingen kann, schicken diese Gemeinden die Asylsuchenden weiter an Kommunen mit Wohnungsleerstand und größerem Bedarf an staatlichen Zuschüssen.

Laut Sophia Öhvall Lindberg von der Migrationsbehörde untergraben diese Gemeinden damit den Sinn des Verteilungsgesetzes: „Das Ziel war eine gleichmäßige Verteilung, und die wird nicht erreicht, wenn die Gemeinden keine Solidarität miteinander zeigen. Es ist wichtig, dass die Kommunen eine eigene Asylorganisation aufbauen und sich so um die Minderjährigen kümmern können, die dort platziert werden.“

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