Myherer, Hargin, Hansdotter Weltcup Stockholm Parallelslalom
Stolz verkünden die Veranstalter, dass der Event ausverkauft ist (Foto: worldcupstockholm.com)
Ski-Weltcup-Premiere

Stockholm im Slalom-Fieber

"Das werden herrliche Zweikämpfe werden"
3:42 min

Zum ersten Mal wird in Stockholm heute Abend ein Weltcupskirennen ausgerichtet. Zwar gehört Schwedens Hauptstadt nicht gerade zu den klassischen Wintersportorten, doch die Rennen im Parallelslalom sind seit Langem ausverkauft.

Ein Erfolg also, denn der internationale Skiverband (FIS) möchte den Sport den Massen in den Großstädten näher bringen. Schweden übt derweil für die alpine Ski-WM, die 2019 im nordschwedischen Åre stattfinden wird. Die schwedischen Ski-Asse sind von ihrer eigenen Vortrefflichkeit jedenfalls überzeugt und sehen sich als Favoriten für die Goldmedaille bei den Olympischen Spiele in zwei Jahren. Stockholm freut sich auf ein Ski-Fest.

Es ist angerichtet auf dem Hammarbybacken, nur ein paar Kilometer entfernt vom Stockholmer Zentrum, wie der Organisationschef der Rennen, Thomas Eriksson, dem Schwedischen Rundfunk bestätigt.

„Die Vorbereitungen laufen schon den ganzen Winter. Die Leute von Hammarby haben hier Schnee gemacht. Die Weltcup-Organisatoren von Åre sind seit einer Woche hier, mit Pisten-Bullys und Personal. Wir haben die Piste präpariert und den Hang gewässert, damit wir eine optimale Piste für den heutigen Wettkampf haben.“

Parallelslalom braucht kein Gebirge

Der Hang ist nicht besonders steil und lang, aber geradezu geschaffen für einen Parallelslalom, so Eriksson: „Er ist 180 Meter lang und hat eine Höhe von 60 Metern. Aber wir haben Hindernisse eingebaut, etwa einen 60 Zentimeter hohen Sprung. Der kann den Fahrern schon Probleme bereiten. Das werden herrliche Zweikämpfe werden.“

Im Parallelslalom starten zwei Fahrer direkt nebeneinander. Nur der schnellere kommt weiter. Die Ski-Weltelite ist vor Ort. Ob Marcel Hirscher, Felix Neureuther oder André Myhrer bei den Herren, oder Lindsay Vonn und Frida Hansdotter bei den Damen – die jeweils besten 16 Fahrer machen hier die Titel unter sich aus.

Harte Arbeit

Solche Events hat es bereits zuvor gegeben. Der Internationale Skiverband (FIS) möchte den Sport auch den Großstädtern näher bringen. In Stockholm rennen sie damit offene Türen ein.

Zwar gibt es hier keine richtigen Berge, aber Schutthügel wie den Hammarbybacken. Dort üben zahlreiche Skiclubs. Pisten werden hier mühsam präpariert, sobald es auch nur eine geringe Chance auf Schnee gibt, und so wurde hier so manches Ski-Talent geboren. Eines davon ist die 18-jährige Emma Nilsson vom Ski-Club Huddinge. Sie fiebert dem Wettbewerb am Abend entgegen:

„Das ist toll, dass so ein Wettbewerb in der eigenen Heimatstadt stattfindet“, erzählt sie. Damit ist sie nicht allein. Der Event ist ausverkauft. Alle wollen natürlich die schwedischen Slalom-Asse siegen sehen.

Heimrennen

Für Emma Nilsson zählt ihr Vereinskollege Mattias Hargin zu den Favoriten des Abends. „ Ich glaube er ist sehr motiviert. Der Parallelslalom ist wirklich seine Disziplin. Das spornt ihn an, wenn da jemand neben ihm fährt. Und dann noch ein Heimspiel. Das wird Klasse.“

Auch die schwedischen Athleten strotzen vor Selbstbewusstsein. So verkündet Frida Hansdotter in der Tageszeitung Dagens Nyheter, dass Schweden 2018 in der neuen olympischen Disziplin Parallelslalom Gold holen wird. Der Chef der schwedischen Alpin-Mannschaft, Tommy Eliasson Winter, gibt ihr Recht. Doch vor den Wettbewerben in Südkorea steht der Event in Stockholm.

Ausrichter Thomas Erikson ist für den Abend zuversichtlich: „Ich bin von Frida Hansdotter überzeugt. Bei den Herren glaube ich, wie Emma auch, dass Matthias gut abschneiden wird. Ein Heimrennen - das wird er lieben.“

Werbung für Schweden

Gute Athleten und ein begeistertes zahlreiches Publikum – der Abend wird auch als Werbung für Weltcup-Wettbewerbe in Schweden gesehen. Das weiß auch Eriksson:

„Es geht zwar nicht um Prestige, aber wir sind schon stolz, dass wir das hier in Stockholm ausrichten können und einen Sport zeigen können, den alle Stockholmer so unterhaltsam finden. Wir sind sehr zufrieden, dass wir das hier machen können.“

Axel Winqvist/Dieter Weiand

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".