Schweden bekommt Elitenausbildung im Esport (Foto: Mons Brunius/TT/Scanpix)
Counter Strike - das Kriegsspiel Nummer Eins (Foto: Mons Brunius/TT/Scanpix) Foto: MONS BRUNIUS
Neuer Elitesport

Volkshochschule bildet im E-Sport aus

"Die Konkurrenz ist mörderisch"
2:23 min

Das Interesse am E-Sport in Schweden wächst. Etliche Gymnasien bieten Computerspiel-Wettkampf inzwischen in der Oberstufe an und zum Herbst springt sogar eine Volkshochschule mit auf den Zug.

Counter Strike, das Kriegsspiel Nummer Eins in Schweden, professionell lernen und damit Karriere machen – das bietet Strömbäcks Volkshochschule bei Umeå zum Wintersemester erstmalig an. Die einjährige Ausbildung könnte der Renner werden, meint Rektor Lars Johansson im Schwedischen Rundfunk. 

„Wir wollen, dass es eine Eliteausbildung wird. Nach Abschluss ist man E-Sportler in Counter Strike.“ 

Auch Interesse von Schulen nimmt zu 

Counter Strike wird im Mehrspielermodus gespielt. Die Spieler bewegen sich in verschiedenen Milieus und eliminieren dabei ihre Gegner per Abknallen oder Granate. Der elektronische Sport ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Einige wenige können von ihren Spielerfolgen sogar leben. 

Als vor einem Jahr das Sportgymnasium Arlandagymnasiet in Sigtuna bei Uppsala als erste Schule eine E-Sport-Ausbildung anbot, war die Verwunderung vielerorts noch groß. Inzwischen stehen andere Schulen bei Rektor Andreas Eriksson Schlange, um sich über das Konzept zu informieren, erklärt Eriksson im Schwedischen Rundfunk. 

„Erst vor ein paar Wochen hatten wir 22 Rektoren hier, die sich genau angeguckt haben, wie wir arbeiten.“ 

„Ein Jahr lang alles geben“ 

Für die einjährige Vollzeit-Ausbildung an der Volkshochschule bei Umeå kann man Schwedens Variante des Bafög beantragen wie für jedes andere Studium auch. Es wird denn auch nicht nur von früh bis spät gespielt, sondern zum Studium gehören genauso Grundkenntnisse im Geschäftswesen, wie man ein Unternehmen gründet, Kost und Bewegung sowie Gesellschaftskunde. Auch wenn dies für manchen leidenschaftlichen Spieler verlockend klingt: Über die Zukunftsaussichten sollte man sich keine Illusionen machen, betont Johan Ågren, der die E-Sport-Ausbildung an der Volkshochschule Strömbäck leiten wird. 

„Die Konkurrenz ist mörderisch – so wie sonst im Sport auch. Wie es in der Zukunft für einen läuft, hängt also völlig davon ab, wie sehr man Gas gibt und ob man Talent hat. Ich denke trotzdem, dass es eine einzigartige Möglichkeit ist, weil man sich hier ein ganzes Jahr lang voll konzentrieren und alles geben kann.“

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