Fünf Jahre schwedisch-dänische Verbindung

Wer mit dem Auto nach Schweden fährt, hat seit fünf Jahren eine Möglichkeit mehr: die Fahrt über die Öresundbrücke, von Kopenhagen nach Malmö. Die 16 Kilometer lange Verbindung ist eine Kombination aus Tunnel und Brücke und ist die längste Schrägseilbrücke der Welt. Heute hat das imposante Bauwerk Geburtstag. Zeit für eine Bilanz: Wer hat durch die neue Verbindung gewonnen, wer verloren?

Pro Tag reisen etwa 46 000 Menschen über die Brücke. Unter ihnen viele Berufs-Pendler zwischen Schweden und Dänemark, wie dieser Herr, der in Malmö wohnt und in Kopenhagen arbeitet.

„Ich finde, das ist eine gute Veränderung für alle, die in Dänemark arbeiten. Anstelle der Fähren ist es jetzt leichter, mit dem Öresundszug zu pendeln. Auch, wenn es manchmal Verspätungen gibt. Aber ich finde, das funktioniert sehr gut.“

So wie er pendeln täglich mehr als 7 000 Schweden über den Öresund zur Arbeit. Bevor es die Brücke gab, waren es 1500. Die Brücke eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Arbeitnehmer, der der schwedische und dänische Arbeits- aber auch der Wohnungsmarkt sind näher zusammengerückt.

Wohnen und Arbeiten im Ausland

Etwa 12 000 Dänen sind seither sogar nach Südschweden gezogen, obwohl sie weiterhin in Dänemark arbeiten. Denn das Leben ist in Malmö im Grossen und Ganzen billiger als in Kopenhagen.

Die meisten, die über die Brücke fahren, tun dies auch, um auf der anderen Seite einzukaufen. Gewinner hierbei sind die schwedischen Geschäfte, denn Dänen bekommen für ihr Geld in Schweden etwa 20 Prozent mehr. Daher werden in Zukunft wohl immer mehr Dänen nach Schweden pendeln als umgekehrt und ihr Geld dort ausgeben.

Für ein schwedisches Geschäft gilt das jedoch nicht: das staatliche Alkoholmonopol Systembolaget. Die Einfuhrregeln für Alkohol nach Schweden wurden gelockert, gleichzeitig wurde in Dänemark die Alkoholsteuer gesenkt. Systembolagets Schnapsverkauf ging von 2002 auf 2003 um mehr als 10 Prozent zurück, im Folgejahr sogar um weitere 17.

Auch Deutsche sind Nutzniesser

Aber nicht nur dänische und schwedische Konsumenten. Auch Deutschen, die nach Skandinavien reisen, bringt die Brücke Vorteile, erklärt Thomas Hedberg vom Öresundsbrückenkonsortium. Jedes Jahr kommen mehr Touristen aus Deutschland.

„Der Vorteil ist, dass sie jederzeit fahren können. Sie brauchen nicht zu warten, wie mit der Fähre früher. Das geht schneller.“

Milliardenschwere Investition

Die Brücke hat drei Milliarde Euro gekostet. Rentiert sich das Projekt jetzt schon? Kann man sagen, das war eine gute Investition?

„Ja, das hat sich gelohnt. Und wir sollen die Summer zurückbezahlen durch die Einnahmen aus der Mautgebühr, die die Autofahrer zahlen.“

Manche Leute sagen, das sei sehr teuer, über die Brücke zu fahren. Müssen Sie diese relativ hohen Preise nehmen, damit die Brücke abbezahlt wird?

„Wir sehen, dass der Verkehr jedes Jahr grösser wird. Also nehmen wir an, dass die Kunden die Preise akzeptieren.“

Wieviel von der Investitionssumme ist denn jetzt schon abbezahlt?

„Das sind 100 Millionen dänische Kronen, also nur ein kleiner Teil.“

Wann ist denn die ganze Brücke bezahlt.

„Etwa 35 Jahre nach der Eröffnung.“

Wibke Kristin Dose

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