Alfa-Kassan in der Kritik

Die schwedische Arbeitslosenversicherung heisst A-Kassan, und seit einiger Zeit gibt es ergänzend dazu eine unabhängig betriebene Versicherung namens Alfa-Kassan. Aber ein pfiffiger Name allein ist noch lange keine Garantie für tolle Leistungen – das müssen junge Arbeitslose erfahren, die sich Alfa-Kassan anvertraut haben.

Offen für alle Berufsgruppen, gewerkschaftsunabhängig – so wirbt die 1998 gegründete Arbeitslosenversicherung Alfa-Kassan auf ihrer Internet-Seite für sich. Und was da angeboten wird, klingt vertrauenerweckend: Für umgerechnet rund 13 Euro Monatsbeitrag werden bei Arbeitslosigkeit die gleichen Leistungen versprochen wie von den etablierten A-Kassa-Zweigstellen. Man muss nicht einmal Mitglied sein, sondern es reicht, sich der Alfa-Kasse anzuschliessen. Mindestalter ist 20 Jahre. Aber in letzter Zeit häufen sich die Klagen über ausbleibende Zahlungen und schlampigen Umgang mit Beitragszahlern:

„Das ganze Frühjahr über habe ich versucht, von der Alfa-Kasse eine Erstattung zu bekommen“, sagt Erik Bromé, und Karin Eller meint:

„Ich hatte das Gefühl, dass man nachlässig war und mein Anliegen nicht ordnungsgemäss behandelt hat.“

Und mancher Hilfesuchende fühlt sich sogar verschaukelt:

„Als ich fragte, wie lange ich warten sollte und wie ich ohne Geld zurecht kommen sollte, bekam ich zur Antwort, ich könnte mir ja Geld leihen.“

Auf solche Art Bescheid kann man sicher verzichten. Wer telefonisch um Rat fragt, bekommt meistens folgende Auskunft:

„Alle unsere Sachbearbeiter sind immer noch nicht erreichbar. Für Informationen und Formulare können Sie uns auch im Internet besuchen.“  

Leider bringt auch das nicht immer den erhofften Erfolg: Ohne Angabe von Gründen war die E-Mail-Adresse der Versicherung kürzlich vorübergehend geschlossen. Zur allgemeinen Situation der Kasse sagt Alfa-Vorstandsmitglied Hans Matsson:

„Wegen der Kombination unserer ökonomischen Voraussetzungen und der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren können wir nicht so viel Personal bereithalten, wie wir benötigen.“   

So scheint es in der Tat. Aber die Beitragszahler bringen für dieses Problem nur begrenztes Verständnis auf. Das Geschäftsgebaren der Alfa-Kasse ist inzwischen auch der Regierung aufgefallen. Arbeitsminister Hans Karlsson sagte, die Versicherung müsse die an sie gestellten Forderungen erfüllen. Die zuständige Aufsichtsbehörde werde das prüfen. Mit anderen Worten: Neu-Einsteiger sollten künftig genau unter die Lupe genommen werden - von Alpha bis Omega.

Klaus Heilbronner

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