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Estonia-Untergang vor elf Jahren - estnische Fähre läuft auf Grund

Publicerat onsdag 28 september 2005 kl 16.32

Heute jährt sich der Untergang der Ostseefähre Estonia zum elften Mal. Beim dem noch heute ungeklärten Unglück kamen 852 Menschen ums Leben. Und als wäre es ein übler Streich des Schicksals, gab es in der vergangenen Nacht erneut einen Schock auf der Strecke zwischen Stockholm und Tallinn. Die Regina Baltica lief in der Nacht zum unheilvollen Datum auf Grund. Niemand an Bord kam zum Glück körperlich zu Schaden. Die Regina Baltica konnte sogar sicher zurück zum Stockholmer Hafen Kapellskär fahren. Das Vertrauen in Tallink und ihre Fährverbindung Stockholm – Tallinn scheint angeschlagen.

Die Regina Baltica hatte die nördlichen Stockholmer Aussenschären noch nicht verlassen, als kurz nach Mitternacht plötzlich sämtliche Elektronik ausfiel und die Fähre ausser Kontrolle geriet. Anders Wallbom ist einer der 373 Passagiere an Bord, die für einige Momente in Panik gerieten: 

„Wir standen an Deck und sahen verzweifelte Besatzungsmitglieder durcheinander laufen. Alle Lampen gingen aus. Meine Kinder steckten im Aufzug fest. Alle wussten doch sofort, dass wir auf Grund gelaufen waren, aber niemand hat das zugegeben.“

”Die Bar ist geöffnet”

Seit 1989 fährt Tallink die Strecke zwischen Schweden und Estland ab. Einen Stromausfall wie diesen hat es in der gesamten Zeit nicht einmal gegeben. Die Besatzung gab immer und immer wieder durch, schon bald würde man mehr wissen und die Passagiere informieren. Kurze Zeit später dann kam die Durchsage: Die Bar ist geöffnet.

Vielleicht weil die Situation längst unter Kontrolle war, vielleicht um die Passagiere zu besänftigen: Jedenfalls gab es Bier, Wein und Schnaps gratis. Jarle Berg, Tourist aus Norwegen, reagiert entgeistert: „Das ist furchtbar. Ich dachte, wie soll das gehen, wenn wir evakuiert werden müssen. Schrecklich, wie viele betrunken waren.“

Der Geschäftsführer von Tallink in Schweden, Väino Konga, ist erstaunt über die Vorwürfe. Dass in rauen Mengen Alkohol geflossen sein soll, ist ihm noch nicht zu Ohren gekommen.

„Wenn wir starken Seegang haben, verteilt die Besatzung gratis Wasser, Limonaden und eine Kleinigkeit zu essen. Das ist normal, besonders in der Zeit der Herbststürme. Ich halte das für menschlich.“

Fehlerquelle noch unklar

Schliesslich konnte die Regina Baltica aus eigenem Antrieb zurück in den Heimathafen. Dort angekommen, organisierte die Fährgesellschaft für alle Passagiere Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel. Wer wollte, konnte nach Hause fahren oder auch mit einem Ersatzschiff erneut nach Tallinn starten. Auch wenn der Rettungsdienst frühzeitig Entwarnung gab und die Regina Baltica schliesslich doch sicher in ihren Heimathafen fuhr – der Ruf von Tallink ist angekratzt. Untersuchungen sollen nun ergeben, wie es zu dem technischen Fehler auf der Regina Baltica kommen konnte.

Warum sank die Estonia?

Gleichzeitig laufen erneut Untersuchungen an, die den Untergang der Estonia vor elf Jahren erklären sollen. Umgerechnet 85 Millionen Euro lässt sich die schwedische Regierung die neuerliche Forschung kosten. Unklar ist zum Beispiel nach wie vor, wie die Estonia so schnell sinken konnte. Allerdings wird es keine Untersuchungen am Wrack selbst geben. Denn für die 852 Umgekommenen ist das gesunkene Schiff die letzte Ruhestätte. Stattdessen hoffen die Forscher auf Erkenntnisse durch Computersimulation und einen Modellaufbau im Wasserbecken.

Liv Heidbüchel

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