Sommestad: Montreal-Gipfel ist ein Erfolg

Ein Durchbruch für den Klimaschutz – so wertet Schwedens Umweltministerin die Ergebnisse der Weltklima-Konferenz, die am Wochenende im kanadischen Montreal zu Ende ging. Umweltschützer sind weniger begeistert. Sie sprechen von zahnlosen und verwässerten Deklarationen. Anne Rentzsch.

Wie kommen wir dem Treibhaus-Effekt bei? 12 Tage lang und teils Nächte hindurch rangen die Delegierten um Antworten auf diese Frage. Einigen konnte man sich dann zumindest darauf, weiter in Sachen Treibhausgase im Gespräch zu bleiben: Das Kyoto-Protokoll, das die Verringerung des Ausstosses bis zum Jahr 2012 zum Ziel hat, soll auch darüber hinaus fortgesetzt werden.

„Dies ist nur ein erster, aber sehr wichtiger Schritt“, sagt Schwedens Umweltministerin Lena Sommestad. „Wir haben jahrelang gearbeitet, um diesen Durchbruch für weitere Verhandlungen zu Stande zu bringen. Darum ist der Beschluss ein Meilenstein, und ich bin sehr froh.“

Neben der Weiterführung der Diskussion beschlossen die rund 10.000 Delegierten aus 189 Ländern auch, die ärmeren Staaten ab 2006 in den Klimaschutz einzubeziehen. Darüber hinaus einigte man sich auf ein Strafsystem für jene Länder, die gegen ihre Gelöbnisse in Sachen Emissionsminderung verstossen. Dies sieht freilich vor allem auf dem Papier gut aus. Denn der allergrösste Sünder in puncto Treibhausgase sind die Vereinigten Staaten, die das Kyoto-Protokoll vorsichtshalber erst gar nicht ratifiziert haben. Getreu ihrer traditionellen Linie hatten sich die USA denn auch in Montreal zunächst geweigert, überhaupt ernsthafte Diskussionen zu führen. Zum Schluss setzte man dann doch seine Unterschrift unter den gemeinsamen Beschluss, über das Thema weiter zu reden.

„Für uns alle, die wir das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, ist auch dies ein grosser Erfolg. Es zeigt, dass internationale Zusammenarbeit etwas bringt“, sagt Umweltministerin Sommestad. Anders Wikman, Christdemokrat und Berichterstatter des EU-Parlaments in Klimafragen, sieht das Weiter-im-Gespräch-Bleiben zwar auch als Erfolg.

„Aber gleichzeitig ist es wichtig, das nicht als eine Art Durchbruch darzustellen. Der gesamte Beschluss ist recht verwässert, es gibt keine Zeitvorgaben, wann was erreicht werden soll in der Periode nach 2012. Was die USA angeht, so ist der Inhalt eben so vage formuliert, dass eine Unterschrift nicht weh tut“, sagt Anders Wikman. Sein Fazit gleichwohl: Besser eine dünne Vereinbarung als überhaupt nichts.

Anne Rentzsch

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