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Chaos bei geplanter Citymaut

Am 3. Januar ist es soweit, dann bekommt Stockholm die Citymaut. „Der Stockholm-Versuch“ heisst das waghalsige Projekt, das seit Monaten für Gesprächsstoff sorgt – und dies wohl auch bis zu seinem vorläufigen Ende am 31. Juli weiter tun wird. Ziel der versuchsweisen Einführung der Maut: Weniger Verkehr in der Innenstadt. Bis zu 15% hoffen die verantwortlichen Politiker. Und: Die Steuer soll den Bau neuer Strassenverkehrswege finanzieren. Der Countdown bis zum Start des Stockholm-Versuchs läuft, doch noch immer türmen sich die Probleme. Das Chaos scheint programmiert.

Problem Nr. 1: Durchführung

Ein Drittel der betroffenen Autofahrer weiss noch immer nicht, wie die Citymaut funktioniert. Das ist schlecht, besonders fürs eigene Portemonnaie. Denn ab dem 3. Januar gilt: Eine Durchfahrt durch die Bezahlstation macht zwanzig Kronen, also zwei Euro. Oder einen Euro. Also, es kommt darauf an, wann man mit dem Auto in Innenstadt vordringen will. Ganz früh morgens ist es etwas billiger.

Damit der Fahrer sich nichts notieren muss, sind die insgesamt 18 Bezahlstationen bestens ausgerüstet, erklärt Louise Jarn Melander von der Verkehrsbehörde:

„Dort sind Kameras, die fotografieren das Nummernschild von vorn und von hinten. Und dann gibt es noch eine kleine Antenne, die erkennt, ob man einen Transponder hat.“

Den Transponder für dieses sicherlich vollkommen störungsresistente System haben sich zum Glück schon jetzt fast 300.000 Fahrzeughalter angeschafft. Das elektronische Gerät in der Windschutzscheibe registriert die Durchfahrt und gibt automatisch eine Überweisung vom angegebenen Konto in Auftrag. Wer dagegen jeden guten Rat in den Wind geschlagen hat und transponderlos durch die City fährt, muss anschliessend mehr Laufarbeit erledigen. Die Maut entrichten kann man bei ausgewählten Kioskketten oder natürlich bei der Bank.

Problem Nr. 2: Bezahlung

Zum Kiosk geht der gemeine Autofahrer ab dem 3. Januar sicher häufiger. Kein Wunder, dass namhafte Kioskketten gern bei dem Versuchsprojekt mitmachen. Seine Mautgebühr sollte man nämlich besser sofort bezahlen, denn der Spottpreis von einem oder zwei Euro gilt nur in den ersten fünf Tagen. Wer die Entrichtung der Steuer innerhalb dieser Frist verschlampt, bekommt schon 7 Euro aufgebrummt – Steuer plus Bearbeitungsgebühr.

Vier Wochen später wird die schlechte Zahlungsmoral zur ernsthaften Belastung: Die Steuereintreibungsbehörde ist eingeschaltet. Der Strafsatz nun: 50 Euro. Und das pro Durchfahrt. So ist das eben mit Steuern im Allgemeinen, gibt Louise Jarn Melander von der Verkehrsbehörde zu verstehen:

„Man ist die Gebühr direkt bei der Durchfahrt schuldig, so steht es im Gesetz zur Citymaut. Und trotzdem bekommt man sogar fünf Tage Zeit. Aber ich verstehe, dass das manchem kurz vorkommt.“

Aufmerksamkeit im Strassenverkehr bekommt also eine ganz neue Dimension. Wo war die Durchfahrt, wie hoch war der Preis? Doch wozu sich unnötig belasten: Zum Glück wissen neben der Verkehrsbehörde auch die Kioske und die Banken ganz genau darüber Bescheid, wie viel Mautschulden ein Fahrer angesammelt hat. Das ist doch überaus beruhigend.

Problem Nr. 3 Kosten:

Für die Fahrzeugeigner ist der alles erleichternde Transponder gratis, das ist schön. Problem ist nur, dass am Ende mal wieder alle draufzahlen dürfen. Denn für die Entwicklungs- und Versandkosten kommt der Steuerzahler auf – ob Autofahrer oder nicht. Insgesamt rechnet der schwedische Staat mit Ausgaben in Höhe von über 400 Millionen Euro.

Die Gewinnmarge nimmt sich dagegen dürftig aus: Nur etwa 55 Millionen Euro soll die Maut in die Staatskasse spülen. Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass das ausgeklügelte System auch funktioniert. Louise Jarn Melander von der Verkehrsbehörde:

„Na, das denke ich doch. Aber es gibt wohl kein System, dass reibungslos von Tag Eins an funktioniert. Also, ich glaube, wir werden ein paar Anlaufschwierigkeiten haben.“ 

Na, dann, frohes Fahren und Bezahlen! Die Quittung der Fahrer und potentiellen Wähler kommt am 17. September mit der Volksabstimmung.

Liv Heidbüchel

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