Schauspieler wehrt sich gegen Skandalberichte - Mikael Persbrandt geht gegen Boulevardblatt vor – Expressen entschuldigt sich

Wer schon einmal einen der schwedischen Kriminalfilme um Kommissar Beck gesehen hat, der weiss, wer Mikael Persbrandt ist. Der populäre Schauspieler verkörpert den eigenwilligen Ermittler Gunvald Larsson – Macho und Dandy, aber durchaus erfolgreich.  Die schwedische Boulevardpresse hat dieses Rollenbild auf Persbrandt selbst übertragen und neuerdings auch überzogen. Da war von Fehltritten die Rede, von Schlägereien und von Alkoholmissbrauch. Nun kennen zwar alle Prominenten den Spruch: Eine schlechte Presse ist besser als gar keine, Hauptsache, der Name wird richtig geschrieben. Aber alles hat seine Grenzen. Als die Zeitung „Expressen“ meldete, Persbrandt sei zu einer Alkohol-Entwöhnungskur in eine Spezialklinik eingeliefert worden, platzte dem Schauspieler der Kragen.

Er drohte dem Blatt mit einer Verleumdungsklage und Schadenersatzforderungen. Daraufhin veröffentlichte „Expressen“ heute eine persönliche Entschuldigung von Herausgeber und Chefredakteur Otto Sjöberg:

„Nein, Mikel Persbrandt war nicht alkoholvergiftet und wurde auch nicht in einer Klinik behandelt, wie wir gemeldet hatten.“ Die Falschmeldung sei das Ergebnis schlechter journalistischer Arbeit. Dazu sagte Sjöberg gegenüber dem Schwedischen Rundfunk:

„Wir hatten Unrecht. Wir haben bei der Quellenprüfung versagt und

auch die Regeln für die Veröffentlichung verletzt, und deshalb ist es selbstverständlich, dass wir Mikael Persbrandt um Entschuldigung bitten.“

Sjöberg bekannte sich zu seiner Verantwortung und betonte:

„Ich kann natürlich nicht garantieren, dass wir nie mehr einen Fehler machen, aber wir werden unser Äusserstes tun, um Fehler zu vermeiden.“

Inzwischen haben mehrere „Expressen“-Redakteure Sjöberg zum Rücktritt aufgefordert. Er sei persönlich verantwortlich und müsse die Konsequenzen ziehen. Das sei er der Zeitung schuldig. „Expressen“ solle auch in Zukunft ein streitbares Blatt bleiben. Aber, so betonten die Redakteure, wenn die Achtung verloren gehe, sei der Untergang nahe. Das wiederum würde bedeuten, dass sich die Schweden mit nur einer Boulevardzeitung, nämlich „Aftonbladet“, begnügen müssten.

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