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Proteste des Automobilclubs
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Wegen der Feiertage war das Verkehrsaufkommen noch gering

Ruhiger Start der Citymaut in Stockholm

Seit heute früh müssen Autofahrer, die in die Stockholmer Innestadt wollen, bezahlen. Die knapp siebenmonatige Versuchphase mit einer Citymaut hat die Bürger der Hauptstadt in zwei Lager geteilt: Diejenigen, die diesen Versuch gutheisen und diejenigen, denen das Wort „trängselskatt“ – so der schwedische Ausdruck – die Zornesröte ins Gesicht treibt. Ob beliebt oder nicht: nach London und Oslo ist die Citymaut in Stockholm erst einmal Faktum.

Ziemlich ruhig ging alles erst einmal über die Bühne. Viele Stockholmer und Bewohner der Vororte sind sowieso noch in den Ferien. Der Verkehrstrom also ohnehin nicht so dicht, wie an normalen Werktagen.

Ob die Citymaut tatsächlich dazu beitragen wird, dass der Autoverkehr in der Innenstadt um 15 Prozent abnehmen wird, ist also noch nicht abzulesen. Der zuständige Projektleiter der Straessenverkehrsbehörde Birger Höök berichtet jedoch beriets von einem verändertem Verhalten: „Genau vor halb sieben, also bevor es kostenpflichtig ist, war der Verkehr dichter als sonst. Die Leute haben sich früher auf den Weg gemacht, um die Abgabe nicht zahlen zu müssen“, konstatiert Höök.

Anschlag auf Kontrollstation

Proteste gegen die Maut hatte es bereits genügend im Vorfeld der Mauteinführung gegeben. So gab es auch in der Nacht zum Tag X den Versuch, eine der 18 Kontrollstationen zu zerstören. Der Versuch ist jedoch fehlgeschlagen. Einige Gegner der Maut protesierten friedlich an den Einfahrten. Maria Spets ist die Geschäfstführerin des Automobilklubs „Motormännen“. Sie fordert ihre Mitglieder auf, gegen die Steuer – denn eine solche ist die Citymaut - Widerspruch einzulegen: „Das sind ja eigentlich Steuerbescheide. Jede einzelne Durchfahrt ein Steuerbescheid. Wenn man sich da ungerecht behandelt fühlt, sollte man Widerspruch einlegen.“

Auf die Steuerbehörden könnte also eine Lawine von Widersprüchen zurollen, falls sich tatsächlich viele an diese Ratschlag halten. Auch die sozialdemokratische Bürgermeisterin Annika Billström lässt erkennen, dass der Versuch der Citymaut ihr eigentlich aufgezwungen wurde. Ursprünglich hatte sie im Wahlkampf 2002 noch gesagt, dass es mit ihr keine Citymaut geben werde. Doch dann einigte sich die sozialdemokratische Minderheitsregierung des Landes mit den Grünen und das Projekt wurde der Stadt mehr oder weniger aufgezwungen.

Aufgezwungenes Projekt

Auf diesen Punkt macht Billström auch am Tag der Einführung nochmals aufmerksam: „Ich bin immer noch kritisch gegenüber der Art und Weise, wie uns diese Frage aufgedrängt wurde. Jetz haben wir versucht, Umweltabgaben und Citymaut so gut wie möglich zu hantieren. Deshalb ist es auch wichtig zu betonen, dass es sich lediglich um einen Versuch handelt. Die Stockholmer werden diese Frage ja in einem Referendum entscheiden.“ 

Bis zum 31 Juli läuft der Versuch mit der Citymaut. Im September dann werden die Stockholmer entscheiden, ob er wirklich die ersehnte Entspannung gebracht hat.

Dieter Weiand

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