Schweden will Zulassung für Lehrer

Die schwedische Regierung will die Kompetenz an den Schulen sicherstellen. Daher gibt Schulminister Ibrahim Baylan eine Studie über die Stärken und Schwächen der Lehrer in Auftrag.

In Schweden ist jeder fünfte Lehrer nicht für seinen Job ausgebildet. Vielen fehlt die Ausbildung zum Pädagogen, und manch einer hat das Fach, in dem er unterrichtet, noch nicht einmal studiert. Schulminister Ibrahim Baylan will die Ausübung des Lehrerberufs nun von einer Art Zulassung – ähnlich der für Ärzte oder Krankenschwestern – abhängig machen: „Ich möchte die Qualität des Schulunterrichts verbessern. Mehr Schüler sollen eine bessere Ausbildung erhalten. Wir haben in den letzten Jahren einigen Kummer mit der Kompetenz von Lehrkräften gehabt“, bedauert der Minister.

Tests haben nämlich ergeben, dass die Schüler in mehreren Fächern vor zehn Jahren mehr konnten als heute. Verbesserungsvorschläge findet Schweden im Osten. Finnlands Ergebnisse in den Pisa-Studien sind gut, und in Finnland arbeiten fast ausschliesslich ausgebildete Lehrer. Im Übrigen sind die Bildungssysteme beider Länder weitgehend gleich.

Nach den Richtlinien der Regierung soll eine grundlegende Forderung für die Zulassung als Lehrer ein Staatsexamen sein. Die Studie soll feststellen, welche weiteren Kriterien für die Zulassung zum Lehrer erforderlich sind, und welche Konsequenzen für das Schulwesen entstehen.

Der schwedische Lehrerverband hat seit vielen Jahren für die Einführung einer Lehrerzulassung gearbeitet. Seine Vorsitzende, Metta Fjelkner, begrüsst die Initiative: „Wir freuen uns sehr, dass die Regierung diese historische Entscheidung getroffen hat! Ich begrüsse den politischen Mut des Schulministers eine solche Studie in Auftrag zu geben”, erklärt Fjelkner.

Ihr geht es nicht zuletzt darum, dass Lehrer ohne pädagogische Ausbildung nicht mehr pädagogische Leitgedanken entwickeln und Schüler benoten. Und dass keine Siebzehnjährigen mehr als Mathematiklehrer für neunte Klassen eingestellt werden.  

Sybille Neveling

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