Wikinger-Mode: Zahnschmuck

Für ihren auffälligen und kostbaren Schmuck sind die Wikinger bekannt. Eine ganz besondere Form der Verzierung hat jetzt eine Forscherin beim Zentralamt für Denkmalpflege entdeckt: Zahnschmuck für Männer. Es ist der erste Beweis in Europa dafür, dass sich Menschen in dieser Zeit die Zähne schmückten.

Natürlich trugen sie keine kleinen Brillanten wie heute, sondern Rillen. Um das herauszufinden hat die Forscherin 24 männliche Gebisse aus der Wikingerzeit untersucht. Die meisten Zähne stammen von der Ostseeinsel Gotland, ein paar auch aus dem südschwedischen Skåne. Die Gebisse weisen alle dieselben Ritzungen auf: zwei oder drei waagrechte, parallele Rillen an den Vorderzähnen.

Erst feilen, dann wachsen

Diese Rillen wurden vermutlich mit einer Eisenfeile in den Zahn geritzt, und die Forscherin von der Denkmalpflege geht davon aus, dass man das nicht bei sich selbst gemacht hat, sondern von einer anderen Person hat machen lassen. Damit die Rillen anschliessend auch richtig zur Geltung kamen, färbten die Wikinger ihre Zähne mit Wachs oder Fett. Wer dann mit seinem Zahnschmuck glänzen wollte, begnügte sich vermutlich nicht mit einem verhaltenen Lächeln. Ein breites Lachen mit hochgezogener Oberlippe gehörte zur Mode dazu, ist die Anthropologin überzeugt.

Ähnliche Zahnverzierung haben Forscher bislang nur bei den nordamerikanischen Indianern gefunden. Ob es irgendeine Form von Kontakt zwischen den Völkern gegeben hat, ist allerdings unklar. Nun hofft das schwedische Zentralamt für Denkmalpflege auf weitere Wikingerzahnuntersuchungen. Denn wenn die Zahnrillenmode auch in anderen Gegenden üblich war, könnte dies ein Indiz dafür sein, dass die verschiedenen Stämme in Kontakt mit einander standen.

Liv Heidbüchel

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