Nachfolge gesucht

Mitte März wird in Schweden ein neuer Erzbischof gewählt. K G Hammar, der amtierende Erzbischof, hatte im vergangenen Jahr seinen Rückzug angekündigt. Aufgrund seines Engagements in umstrittenen Fragen war er in der schwedischen Kirche ebenso geachtet wie kontrovers. Es dürfte nicht leicht sein, für Hammar einen Nachfolger zu finden – oder eine Nachfolgerin. 

Weit über Kirchen-Grenzen hinaus verbindet man den Namen K G Hammar seit Jahren mit Charisma und Zivilcourage, mit Engagement für modernes Christentum. Hammar machte sich stark für die Homo-Ehe, für die weibliche Priesterschaft und für die Rechte von Asylbewerbern. Möglicherweise ist sein Schatten allzu lang – von den insgesamt vierzehn Bischöfen, die nach gängiger Praxis als potenzielle Nachfolger gelten, stehen inzwischen jedenfalls nur noch zwei zur Verfügung, alle anderen haben die Anwartschaft auf das hohe Amt zurückgewiesen. So auch Caroline Krook, einzige Frau in der Runde. Nun präsentiert das so genannte „Forum für Pastorinnen“ acht Kandidatinnen aus den eigenen Reihen – keine Bischöfe zwar, aber, so findet Forums-Vorsitzende Anna-Carin Gabelic, der anspruchsvollen Aufgabe durchaus gewachsen.

“Wir wollen zeigen, dass es eine Menge gute weibliche Kandidaten gibt. Wir finden, die schwedische Kirche ist reif für eine Frau als Führungsgestalt. Das wäre ein gutes Signal für uns alle, die wir in der Schwedischen Kirche arbeiten.“

Da spricht Gabelic einen wunden Punkt an. In der Kirche des Landes, das weltweit als Spitzenreiter in Sachen Gleichberechtigung gilt, ist die Gleichstellung von Frauen nämlich noch immer alles andere als selbstverständlich. Viele Gegner der weiblichen Priesterschaft haben in den vergangenen Jahren zäh an ihrer Auffassung festgehalten – trotz der Fortschritte, gefördert nicht zuletzt eben von Erzbischof Hammar. Anna-Carin Gabelic zollt Hammar denn auch ausdrücklich Respekt:

„Er war ein sehr guter Erzbischof. Wir bedauern seine Entscheidung, das Amt zu verlassen. Aber das ist sein persönlicher Entschluss, den wir natürlich respektieren“, meint sie. Staffan Holmgren, Mitglied der Kirchenleitung, wird einer von jenen sein, denen die Wahl des neuen Erzbischofs- oder der neuen Erzbischöfin- obliegt. Laut Holmgren soll er oder sie vor allem eines nicht sein: eine Zweit-Ausgabe von K G Hammar, den er durchaus nicht nur positiv sieht.

„Ich denke, wir brauchen ein neues Profil“, meint er. „Einfach so in Hammars Rolle zu schlüpfen, das wird sowieso kaum jemandem gelingen. Ich wünsche mir vor allem eine Person, die vermitteln und Einigung schaffen kann. Bei der Allgemeinheit soll nicht der Eindruck entstehen, dass die schwedische Kirche gespalten ist. Vielmehr sollte man das Nebeneinanderbestehen unterschiedlicher Meinungen als positiv sehen.“ Das Versöhnliche, Einigende sei nicht gerade die stärkste Seite des bisherigen Erzbischofs gewesen, findet Holmgren. Am 15. März wird die Entscheidung über Hammars Nachfolge fallen.

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