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Anonyme Bewerbungen vorgeschlagen

Publicerat onsdag 11 januari 2006 kl 17.20

Das Problem ist auch in Schweden wohl bekannt: Ein Arbeitssuchender ist zwar hoch qualifiziert und hat erstklassige Referenzen, schafft es aber trotzdem nie bis zum Anstellungsgespräch. Der Grund: Er hat den falschen Namen – zum Beispiel einen arabisch klingenden - , das falsche Alter – etwa oberhalb der Vierzigergrenze – oder auch das falsche Geschlecht. Dieser Art von Diskriminierung will man in Schweden jetzt mit einer neuen Lösung begegnen. Anonyme Bewerbung heisst das Zauberwort. 

Im Regierungsauftrag hat die Parlamentsabgeordnete der Linkspartei Tanja Linderborg die Auswahlkriterien bei Bewerbungen untersucht. Offenkundig wurde dabei erneut: Vor dem potenziellen Arbeitgeber sind keineswegs alle Menschen gleich. Insbesondere nicht die mit ausländischer Herkunft. Betrüblich nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für die ignorante Arbeitgeberseite, findet Linderborg. Dem Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich empfiehlt sie nun Bewerbungen ohne Angabe von Name, Alter und Geschlecht.

“Wenn Einwanderer noch so qualifiziert sein können, den Job aber trotzdem nicht bekommen, dann wird es dem Staat und den öffentlichen Arbeitgebern früher oder später an Kompetenz und Effektivität mangeln. Ausserdem riskiert man einen Vertrauensverlust. Denn das Arbeitsleben sollte die Bevölkerungsstruktur widerspiegeln, das gilt für den Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich ganz besonders“, meint sie.

Künftig sollen diese Arbeitgeber im ersten Bewerbungs-Schritt also nur ein anonymes, formales Qualifikations-Verzeichnis des Bewerbers erhalten. Dazu füllt der Bewerber ein vorgefertigtes Formular aus. Ein persönliches Begleit-Schreiben soll in diesem ersten Schritt nicht zugelassen sein. Erst im Gespräch wird dann das Geheimnis um Herkunft, Alter und Geschlecht des Jobsuchenden gelüftet. Auf diese Art, so hofft Tanja Linderborg, erhält so mancher vermeintlich hoffnungslose Fall die Chance, sich dem Arbeitgeber als Trumpf zu präsentieren.

Dass Diskriminierung damit dennoch nicht passé sein muss, darüber ist sich die Regierungsbeauftragte im Klaren.
“Garantien gibt es nicht. Wenn ein Arbeitgeber jemanden wegen seiner Herkunft, seines Alters oder Geschlechts diskriminieren möchte, dann kann er dies natürlich zu einem späteren Zeitpunkt tun“, meint sie. Doch die vorgeschlagene Änderung sei immerhin ein erster Schritt.

So sieht man es auch in der 10 000-Einwohner-gemeinde Mellerud in Dalsland. Seit drei Jahren arbeitet man dort mit anonymen Bewerbungen. Die Arbeitssuchenden reichen ihre Bewerbung in zwei Teilen ein: zum einen im anonymen Qualifikations-Verzeichnis, zum anderen in einem herkömmlichen Schreiben mit persönlichen Angaben. Grundlage des Bewerbungsgesprächs ist lediglich Teil Eins. Laut Sune Svensson, Personalchef in der Gemeinde, lassen sich bisher noch keine eindeutigen Schlüsse ziehen, ob aufgrund des neuen Auswahlverfahrens mehr Bewerber mit ausländischer Herkunft eingestellt worden sind. Doch eines sei offenbar: Die Neuregelung habe dazu beigetragen, dass Thema Diskriminierung in der Gemeinde aufs Tapet zu bringen - und das mit Nachdruck. 

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