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Verbot von Zwangsehen vorgeschlagen

Publicerat tisdag 17 januari 2006 kl 15.28

„Zwangsehen verbieten!“ Mit dieser Forderung geht nun Schwedens einzige Polizeiexpertin in Sachen Ehrengewalt an die Öffentlichkeit. Knapp vier Jahre nach dem Aufsehen erregenden Fehmemord an der Kurdin Fadime Sahindal in Uppsala ist die Forderung der Polizeiexpertin aber vor allem eins: das Eingeständnis einer fehlgeschlagenen Integrationspolitik.

Gewalt im Namen der Familienehre gehört mittlerweile zum schwedischen Nachrichtenalltag. Daran haben auch die annähernd 20 Millionen Euro nichts ändern können, die die Regierung nach dem Mord an Fadime für Schutzprojekte bereitgestellt hat. Das liege zum Teil auch am Unwillen der Behörden, kritisiert Sevil Bremer vom Kinderschutzbund. Sie beklagt, dass die Sozialbehörden meist das nötige Feingefühl vermissen liessen, wenn junge Einwanderinnen mit Gewalt zur Heirat gedrängt werden:

„Leider sind solche Vorfälle sehr häufig. Die Mädchen werden immer verzweifelter, weil ihnen nicht angemessen geholfen wird. Dabei geht es doch oft um Leben und Tod. Und dieses Bewusstsein muss bei allen Behörden ausgeprägt sein, nicht nur etwa in Stockholm, sondern überall in Schweden.“

Regierung sieht sich auf richtigem Weg 

Harte Worte. Doch die Regierung sieht sich auf dem richtigen Weg. Integrationsminister Jens Orback zeigt sich verhalten optimistisch:

„Es ist natürlich unakzeptabel, wenn den betroffenen Frauen nicht geglaubt wird und sie dann zurück zu ihren Familien müssen. Daran sehen wir, dass unsere Arbeit noch nicht beendet ist. In allen Bereichen der Sozialarbeit gibt es noch viel zu tun. Das bleibt unsere Aufgabe.“

Hauptproblem übersehen 

Nottelefone in 20 Sprachen, bunte Infobroschüren für Lehrer und Weiterbildungen für die Mitarbeiter bei der Ausländerbehörde – das sind nur einige Beispiele für die Flut an Projekten, die die Regierung in den vergangenen Jahren finanziert hat. Aber das eigentliche Problem, die Zwangsverheiratung von jungen Frauen aus Einwandererfamilien, sei man nicht angegangen, meint Azam Qaraee vom „Frauennetzwerk“:

„Man hat einfach zu viel auf Propaganda gesetzt oder auf zeitbegrenzte Projekte. Das ganze Thema ist überhaupt nicht mit der nötigen Weitsicht angegangen worden. Und nach diesen drei Jahren, in denen man Millionen an Steuergeldern ausgegeben hat, sind doch vor allem die betroffenen Mädchen und Jungs die Verlierer.“

Ob nun ein offizielles Verbot von Zwangsehen das Problem in den Griff bekäme ist fraglich. Kritiker eines solchen Gesetzes führen an, dass sich schlecht integrierte Einwandererfamilien ohnehin nicht um die Gesetze scheren würden. Dadurch steht also zu befürchten, dass es immer mehr Opfer so genannter Ehrengewalt geben wird.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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