Schwebetaxis im Test

Der altehrwürdigen Universitätsstadt Uppsala steht eine neue Ära im Stadtverkehr bevor. Bald könnten dort Ziehharmonikabusse und andere unförmige Vehikel durch geschmeidige Schwebetaxis ersetzt werden.

Ein südkoreanisches Maschinenbau-Unternehmen baut im hohen Norden Europas eine Teststrecke. Die Passagiere sollen in die Luft gehen. In fünf Meter Höhe über dem Erdboden werden sie einzeln in Taxikabinen an ihr jeweiliges Ziel schweben – so die verlockende Vision der Infrastruktur-Forschung.

Testphase
Vorläufig baut das Unternehmen eine knapp 400 Meter lange Teststrecke auf einem Fussballplatz in Uppsala. Die fahrerlos betriebenen Kabinen sind ungefähr wie Fahrstühle, nur dass sie sich vorwärts und nicht senkrecht bewegen. Das Projekt ist bei weitem nicht das Erste seiner Art in Schweden. Aber bei  anderen Versuchen sind das Geld und der politische Wille schnell ausgegangen. Über ein paar Meter Kabel und Prototypen für die Kabinen sind sie nie hinausgekommen.

Mit der Teststrecke des finanzstarken asiatischen Unternehmens Posco könnte das anders werden. Die Firma will mit ihrer verkehrspolitischen Alternative zur City-Maut den Weltmarkt erobern. Deshalb hat sie sich ausgerechnet Uppsala ausgesucht, erläutert Ingemar Andreasson, Experte für Infrastruktur an der Königlich Technischen Hochschule: „Schweden geniesst in puncto Sicherheit und öffentlicher Personennahverkehr einen guten Ruf. Das koreanische Unternehmen arbeitet mit der schwedischen Bahnaufsichtsbehörde zusammen, um sein System genehmigen zu lassen“, sagt der Wissenschaftler.

Wintertauglichkeit
Posco geht davon aus, dass ein Verkehrssystem, das in Schweden zugelassen und wintertauglich ist, sich in vielen anderen Teilen der Welt gut verkaufen lässt.

Wenn es mit diesen Visionen klappen sollte, könnte das morgendliche Gedränge im rumpelnden Bus für die Studenten in Uppsala in entspanntes Schweben mit Magnetantrieb zu individuell gewählten Fahrtzielen werden. Ein Spinnennetz von Seilen hoch über dem Strassenverkehr macht diese neue Form der Personenbeförderung möglich.

Sybille Neveling

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