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Weibliche Staats- und Regierungschefs vor - nur nicht in Schweden

Gleichstellungsland Nr. 1 ist, besonders aus eigener Sicht, Schweden. Zu einer Ministerpräsidentin hat Schweden es aber trotzdem noch nicht gebracht, und auch Kronprinzessin Victoria ist noch einige Jahrzehnte von der Thronfolge entfernt. Nun hat Schweden allen Grund, etwas neidvoll in die nächste Nachbarschaft zu blicken: Deutschland hat eine Bundeskanzlerin, in Finnland und Lettland sitzen Frauen auf dem Präsidentenposten. Ist das höchste Amt im Land überbewertet oder macht Schweden etwas falsch?

Am vergangenen Sonntag noch musste Tarja Halonen etwas um Fassung ringen. Im ersten Wahldurchgang reichten die Stimmen für die Wiederwahl der charismatischen finnischen Präsidentin nicht aus. Aber in einer guten Woche ist Stichwahl, und dann wird Halonen wohl doch für weitere sechs Jahre das höchste Amt in Finnland bekleiden.

Diese Wahl ist nur ein Beispiel aus Schwedens nächster Nachbarschaft in der jüngsten Zeit, von den Präsidentschaftswahlen in Chile und Liberia ganz zu schweigen. Und deshalb debattiert Schweden in diesen Wochen vor allem eins: Warum haben die anderen, aber wir nicht?

Fehlende Netzwerke

Politikwissenschaftlerin Lena Wägnerud hält es teilweise für Zufall, dass in Schweden noch keine Frau an der Spitze sitzt. Schließlich hat Schweden so viele Ministerposten mit Frauen besetzt, wie kein anderes Land. Woran also liegt es noch, wenn nicht am Zufall?  

„Bislang haben sich ja nicht allzu viele Frauen am Wettkampf um das Amt des Parteivorsitzenden beteiligt“, sagt Politikwissenschaftlerin Wägnerud. „Dass aber so viele Frauen im Reichstag sitzen und auch an der Regierungsarbeit beteiligt sind, ist kein Zufall. Das ist bewusste politische Arbeit. Es gilt also, mehr Frauen zu lancieren, die für hohe Posten in Frage kommen.“ 

Kungeln und Ränkeschmieden hieß diese politische Arbeit oft negativ, Netzwerke knüpfen und pflegen, nennt man das heute. Die innenpolitische Kommentatorin des Schwedischen Rundfunks, Inger Arenander, sieht Politikerinnen noch immer im Nachteil: 

„Frauen haben nicht dieselben Vorraussetzungen im Kampf um die mächtigsten Posten. Es gibt Netzwerke, an denen Frauen nicht im gleichen Maß teilhaben wie Männer. Frauen müssen sich mehr anstrengen als Männer, arbeiten oft länger am selben Arbeitsplatz für weniger Geld. Das ist bekannt. Es ist also durchaus erstrebenswert, dass Frauen es bis an die Spitze schaffen. Denn sie treffen auch andere Entscheidungen als Männer.“

Wo sind die Kandidatinnen?

Im Moment sind die möglichen Kandidatinnen allerdings rar gesät. Nur eine der sieben im Parlament vertretenen Parteien hat überhaupt eine Vorsitzende. Bei den seit 70 Jahren mit wenigen Unterbrechungen regierenden Sozialdemokraten sieht es ebenfalls mau aus.

Die ermordete Außenministerin Anna Lindh galt lange als sichere Anwärterin für das höchste Amt. Heute jedoch machen weder Außenministerin noch Verteidigungsministerin groß von sich reden, meint Inger Arenander vom Schwedischen Rundfunk, zumal diese Ressorts stark an Einfluss verloren haben. 

„Es gibt noch eine ganze Reihe Frauen in der sozialdemokratischen Regierung, aber die spielen keine herausragende Rolle. Doch ich glaube, sobald sich Ministerpräsident Göran Persson einmal entschieden hat aufzuhören, wird ein regelrechter Machtkampf ausbrechen.“

Die schwedische Merkel kommt bestimmt!

Die Weltmeister der Gleichstellung bekommen also über kurz oder lang ihre Angela Merkel. Der Druck ist enorm – von außen und von innen, sind sich Experten einig. Allein die symbolische Bedeutung dürfe man nicht unterschätzen, sagt Politikwissenschaftlerin Lena Wägnerud: 

„Wenn Frauen die bedeutsamsten Ämter im Staat bekleiden, zeigt es der Gesellschaft und anderen Frauen, dass Frauen so weit kommen können. Doch wenn es um die politischen Inhalte und Veränderungen geht, ist die breite Verteilung von Frauen wichtiger als eine Frau auf dem Posten des Ministerpräsidenten.“ 

Und in der Breite macht Schweden – zumindest in der Politik – seinem Ruf als Gleichstellungsland Nr. 1 wieder alle Ehre: Die Ministerposten sind gerecht zwischen Frauen und Männern verteilt.

Liv Heidbüchel

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