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AEG-Belegschaft setzt Streik fort

Publicerat måndag 23 januari 2006 kl 16.26

Es ist ein Paradebeispiel für globalen Wettbewerb: Der schwedische Elektroartikelhersteller Elektrolux will seine AEG-Fabrik in Nürnberg schliessen, damit er in Polen künftig billiger produzieren kann. Gefördert wird die Jobverlagerung durch die Europäische Union. Zwar protestieren die Mitarbeiter in Nürnberg mit einem unbegrenzten Streik gegen die Schliessung ihres Werks. Doch an einen Erfolg glaubt eigentlich niemand mehr.

Die verbliebenen 1750 Nürnberger Mitarbeiter im einstigen deutschen Vorzeigeunternehmen AEG wollen vor allem eines: nicht kampflos aufgeben. Und so mutet der gesamte Arbeitskampf in Nürnberg auch eher an wie ein Schaulaufen. Etliche Bundesvertreter der IG Metall haben den Streikenden vor Ort wohlgemeinte Durchhalteparolen zugerufen. Doch angesichts der harten Linie des Mutterkonzerns der AEG, der schwedischen Elektrolux, wirken die gewerkschaftlichen Drohungen zahnlos. Elektrolux-Chef Hans Stråberg:

„Das ist eine sehr bedauerliche Situation. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns zusammensetzen und zu einer Lösung gelangen. Aber wir verlieren dort Geld. Die Kunden sind nicht bereit, so hohe Preise zu bezahlen.“

Angeschlagene deutsche Traditionsmarke  

Als Elektrolux AEG 1994 übernahm, verbanden viele damit die Hoffnung, die angeschlagene deutsche Traditionsmarke könnte wieder an Fahrt gewinnen. Aber sehr bald liessen die schwedischen Hausherren keinen Zweifel daran, dass ihnen AEG vor allem Kummer bereitet. Zu hoch waren Produktions- und Lohnkosten. Deswegen war die Belegschaft über Jahre hinweg kontinuierlich reduziert worden. Dazu Elektrolux-Chef Stråberg:

„Ich verstehe, dass die Menschen frustriert sind. Doch wir wollten, dass sich die Mitarbeiter nach neuen Jobs umsehen. Aus diesem Grund haben wir frühzeitig gesagt, dass die Produktion nicht rentabel ist.“

Schmerzhafte Zugeständnisse  

Auch zum Teil schmerzhafte Zugeständnisse der Gewerkschaft konnten an dem Schliessungsbeschluss nichts mehr ändern. Ende 2007 soll der Standort Nürnberg endgültig dicht machen. Dann übernimmt ein Werk in Polen die Produktion. Dort kostet ein Arbeiter nur ein Achtel von dem, was ein AEG-Angestellter kostet. Hinzu kommt, dass die EU Unternehmen fördert, die in wirtschaftlich schwachen Regionen wie Polen investieren. Für ein marktwirtschaftlich orientiertes Unternehmen sind das Anreize genug, um seine Produktion zu verlagern, argumentiert Elektrolux-Chef Stråberg:

„Mit jeder Maschine, die wir in Deutschland herstellen, verlieren wir 60 Euro. Unsere Konkurrenten – übrigens auch die deutschen – produzieren deswegen schon längst in Polen und in der Türkei.“

Mit ihrem Streik fordert die IG Metall in Nürnberg einen grosszügigen Sozialtarifvertrag mit Abfindungszahlungen und Weiterbildungen für die 1750 AEG-Mitarbeiter. Doch ob der schwedische Mutterkonzern darauf eingeht, ist fraglich. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die Gewerkschaft vorsorglich zu einem Boykott von Elektrolux-Artikeln aufgerufen.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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