Mammografie: Ältere haben oft das Nachsehen

Nicht alle Kranken in Schweden bekommen tatsächlich die Versorgung, die ihnen zusteht. Ganz besonders bei der Behandlung und Pflege von älteren und behinderten Patienten hapert es oft, stellen Studien des Zentralamts für Gesundheits- und Sozialwesen fest.

Wie es um die medizinische Versorgung bestellt ist, hängt davon ab, wo in Schweden man wohnt. So werden ältere Frauen in der Hälfte aller Regionen nur bis zum 70. Lebensjahr routinemässig zur Mammografie gebeten. Und dass, obgleich das Gesundheitsministerium regelmässige Mammographie bis 74 empfiehlt!

Wie es um die medizinische Versorgung bestellt ist, hängt davon ab, wo in Schweden man wohnt. So werden ältere Frauen in der Hälfte aller Regionen nur bis zum 70. Lebensjahr routinemässig zur Mammografie gebeten. Und dass, obgleich das Gesundheitsministerium regelmässige Mammographie bis 74 empfiehlt!

Aber nicht nur die Vorsorge ist schlechter, sondern auch die Behandlung. Eine Studie der Universität Uppsala von mehr als 9.000 Brustkrebspatientinnen zeigt, dass ältere Frauen ein 13 Prozent höheres Risiko laufen, an der Krebserkrankung zu sterben.

Patientinnen angemessen behandeln

Sonja Eaker hat die Studie durchgeführt und sie hofft, „dass fundierte Therapierichtlinien ausgearbeitet werden, damit auch Patientinnen über 70 angemessen behandelt werden. Und natürlich, dass sie auch routinemässig zur Mammografie bestellt werden.”

Viele Ärzte befürchten, dass ältere Frauen die anstrengenden Behandlungsformen - Zellgifte und Strahlentherapie - nicht so gut vertragen wie Jüngere. In eine amerikanischen Studie hat sich aber kürzlich gezeigt, dass Frauen über 70 eine Zellgiftbehandlung genauso gut durchstehen.

Ältere Patienten mit anderen Krebsformen werden ebenfalls mit allzu milden Therapien behandelt, meinen einige schwedische Mediziner und fordern Änderungen.

Ministerin will Druck machen

Die zuständige Ministerin Ylva Johansson will möglicherweise mehr Druck auf die Regionen ausüben: „In einigen Bereichen sind die Unterschiede zwischen den Regionen indiskutabel. Bei der Behandlung von Krebspatienten zum Beispiel. Und bei der zahnärztlichen Versorgung hat überhaupt keine Region das Nötige getan.”

Die Regierung stellt seit sechs Jahren Mittel bereit, damit Zahnärzte Hausbesuche bei Senioren und Behinderten machen, die ihre Wohnung nicht verlassen können. Bei rund 90.000 Personen, die ein Anrecht auf diese Versorgung haben, ist bisher aber noch kein Zahnarzt aufgetaucht. Hier haben alle Regionen Defizite. Aber das Gesundheitsministerium kann sie nicht zwingen, seinen Empfehlungen zu folgen. Einzige geplante Massnahme sind daher gezielte Informationskampagnen.

Sybille Neveling

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