Piloten beenden Streik unter Druck

Nun fliegen sie wieder: Die Piloten der Scandinavian Airlines haben ihren wilden Streik beendet. Die Flüge von und nach Kopenhagen kommen wieder in Gang.

Die erlösende Nachricht kam am Nachmittag: Die dänischen SAS-Piloten verzichten auf die Fortsetzung ihres wilden Streiks am Drehkreuz Kopenhagen und setzen sich wieder ins Cockpit.

Der Flugverkehr von und nach Skandinavien war durch die Arbeitsniederlegungen seit dem Wochenbeginn empfindlich beeinträchtigt worden. Mehr als 30 000 Passagiere, die bei SAS gebucht hatten, mussten auf ihre Reise verzichten. Die SAS rief daraufhin das Arbeitsgericht in Stockholm an. Nach zähen Verhandlungen teilte der Pilotenverband mit, SAS habe den Streikenden mit Regress-Forderungen gedroht. Das sei den Kollegen nicht zuzumuten. Man nehme deshalb die Arbeit unter Druck wieder auf.

Vorläufige Entscheidung des Arbeitsgerichtes

Wenig später gab auch das Arbeitsgericht seinen vorläufigen Beschluss bekannt. Wörtlich heisst es da: Das Gericht ordnet bis zum Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung an, dass die Arbeitnehmer, gegen die sich die Klage richtet, ihre Streikmassnahmen mit sofortiger Wirkung abbrechen und die Arbeit wieder aufnehmen.

Die Piloten wollten mit ihrer Aktion gegen geplante Änderungen der Anstellungsbedingungen protestieren. Sie lehnen Pläne der SAS für die Umgestaltung der Unternehmens-Struktur ab. Die Gesellschaft will die bisher geltenden gemeinsamen Verträge für ihr Personal in den drei Mitgliedsländern Schweden, Norwegen und Dänemark auslaufen lassen und durch getrennte Regelungen für jedes einzelne Land ersetzen. Die Piloten sehen darin eine Gefährdung ihrer beruflichen Zukunft.

Bob Säbb, Chef des schwedischen Pilotenverbandes, fasste die Bedenken seiner Kollegen zusammen: Das bedeutet ja, dass man das Pilotenkollektiv und damit auch die gemeinsamen Abkommen aufsplittern will. Das bedeutet auf lange Sicht auch eine Gefahr für unsere Arbeitsbedingungen in Schweden, Norwegen und Dänemark.

Langfristig sei denkbar, so Säbb weiter, dass SAS Billiglohn-Piloten aus den baltischen Ländern anstelle.

Bertil Ternert, Sprecher der SAS, kritisierte das Vorgehen der Piloten scharf: Wir haben ein Kollektivabkommen, das bis Ende März gilt. Während der geltenden Friedenspflicht haben die Piloten von SAS in Dänemark diese wilde Aktion gestartet. Man muss die Situation in Kopenhagen betrachten, um zu sehen, welchen Schaden das der Fluggesellschaft zufügt, und zwar auf alle Arten.

In vorläufigen Schätzungen ist von Einnahmeausfällen bis zu 7, 5 Millionen Euro die Rede. Aber von morgen an soll die dänische Hauptstadt wieder ganz normal bedient werden.

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