„Hedemora-Modell" für mehr Verkehrssicherheit

Mehr Verkehrssicherheit durch effektivere Fahrzeugkontrolle. Das wünschen sich die meisten. Der schwedische TÜV, die Strassensverkehrsbehörde und die Polizei haben nun in einem einzigartigen Projekt Nägel mit Köpfen gemacht. Bei der Kleinstadt Hedemora in Dalarna sind der Verkehrskontrollplatz und der TÜV seit Neuestem zusammengelegt.  

Der Riksväg 70 ist die wichtigste Strasse in Dalarna und folglich auch die meist befahrene. Bei Hedemora wurde nun die neue Kombi-Kontrollstation feierlich eingeweiht. Für Jonny Skarp von der Verkehrspolizei in Dalarna ist die neue Anlage von Hedemora gerade jetzt unverzichtbar:

„In dieser Jahreszeit und noch bis in den April hinein fahren unzählige Touristenbusse ins Fjällgebiet. Und gerade die Busse waren immer ein ziemliches Problem für uns, weil wir die bislang mit unseren technischen Mitteln nicht kontrollieren konnten.“

Verkehrskontrollplatz und TÜV-Werkstatt in einem

Wenn die Polizei bei einer gewöhnlichen Verkehrskontrolle den einen oder anderen Bus herauswinkt, müssen sich die Beamten mit einem Blick in die Papiere und auf das Äussere des Fahrzeugs begnügen. Nun liegt direkt neben dem Verkehrskontrollplatz in Hedemora die TÜV-Werkstatt. Dort ist Platz für mehrere Lastwagen mit Anhänger gleichzeitig. Es gibt eine Waage und – besonders wichtig - eine Bremsprüfanlage. Denn abgefahrene Bremsbeläge sind eine der häufigsten Unfallursachen.

Auch an die Automechaniker in der Werkstatt wurde gedacht: Schwertransporter und Busse sind in einer anderen Halle untergebracht als die Pkw. Dadurch ist mehr Platz und die Arbeitsabläufe sind effektiver – vom gesenkten Lärmpegel ganz zu schweigen. Und davon haben dann auch die Kunden wieder etwas.

„Hedemora-Modell” wird Schule machen

Doch nicht alle Lastwagen- und Busfahrer sind möglicherweise an der Aufdeckung von Mängeln an ihren Fahrzeugen interessiert – und werden deshalb den Riksväg 70 künftig meiden. Verkehrspolizist Kjell Larsson lässt diesen Einwand nicht gelten.

„Klar wird sich herumsprechen, dass Hedemora diese Anlage hat. Aber wir werden auf den Strassen patrouillieren und die auffälligen Fahrzeuge herausfischen. Nun haben wir diese einzigartige Möglichkeit der Verkehrskontrolle und dann müssen wir auch entsprechend arbeiten.“ 

Polizei, TÜV und Strassenverkehrsbehörde zeigen sich allesamt stolz auf ihr gemeinsames „Hedemora-Modell“. Und dieses Modell wird Schule machen, prophezeit Ingemar Skogö, Chef der Strassenverkehrsbehörde: 

„Wir brauchen mehr Kontrollen. Dieses Pilotprojekt wollen sich hoffentlich viele abgucken. Denn nur durch bessere Kontrollen können wir eine gesunde Transportbranche haben.“

Ziel: Weniger Unfalltote

Einziger Wermutstropfen: Auch Kontrollen haben ihren Preis. Die Anlage in Hedemora kostete rund zweieinhalb Millionen Euro. Aber das dürfte es dem Staat wert sein. Schliesslich strebt Schweden im Strassenverkehr ein ehrgeiziges Ziel an: 2007 ist das Jahr der Verkehrssicherheit. Dann soll die Zahl der Unfalltoten um ein Drittel gesunken sein.

Liv Heidbüchel

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