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Klassenbester bei Frühpensionierungen

Publicerat torsdag 26 januari 2006 kl 17.45

Mehr als eine halbe Million Schweden leben dauerhaft von Krankengeld. Diese Menschen sind nicht nur langzeitkrankgeschrieben, sondern frühpensioniert. Diese horrende Zahl entspricht zehn Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung. Doch arbeitsfähig im traditionellen Verständnis sind diese kranken Frühpensionierten eben nicht. Besonders erschreckend: Auch immer mehr junge Menschen, die ihr Berufsleben noch vor sich haben, sind langzeitkrankgeschrieben. Der hohe Krankenstand verschlingt Unsummen, Tendenz steigend. Deshalb sollen die Frühpensionierten nun dringend zurück auf den Arbeitsmarkt.

Umgerechnet fast sechs Milliarden Euro kosten die Frühpensionierten den Staat jährlich. Trotzdem fehlt bislang ein nationaler Handelsplan Plan, wie diese Menschen zurück ins Arbeitsleben kommen können. Lediglich ein Prozent der Frühpensionierten kehrt überhaupt zurück. Denn dem Arbeitsmarkt und auch der Arbeitsvermittlung fehlt es an Flexibilität.

Das bekommt auch die 31jährige Kia Temmes zu spüren. Vor sechs Jahren hatte sie einen schweren Unfall. Seitdem ist sie aufgrund ihrer chronischen Schmerzen arbeitsunfähig. Kia Temmes Vorstellung von einem passenden Job sieht so aus:

„Das müsste eine Arbeit sein, die besser auf mich abgestimmt ist. Eine Arbeit, bei der ich kommen und gehen kann, wie ich möchte, und nicht an feste Zeiten gebunden bin. Denn gerade die Kontinuität ist ein Problem für uns Schmerzpatienten. Wenn man die ganze Nacht auf- und abgeht vor Schmerz, kann man sich nicht an feste Zeiten halten. Dafür könnte ich mehr von zu Hause aus arbeiten.“

Mehr Flexibilität

Der Schlüssel zu Kia Temmes Berufsglück könnte mehr Flexibilität sein. Sie bekommt Krankengeld, allerdings zeitlich begrenzt, so wie jeder fünfte Krankgeschriebene in Schweden. Das heisst, bei diesen Fällen wird nach einer gewissen Zeit der aktuelle Krankenstand der Person abgefragt. Besonders an diese Gruppe richtet sich nun ein Pilotprojekt von staatlicher Sozialversicherung und Arbeitsamt in den Regionen Västmanland und Västra Götaland.

Jeder dieser Fälle soll nun medizinisch erneut von der Sozialversicherung überprüft werden. Anschliessend erstellen die Sachbearbeiter von Sozialversicherung und Arbeitsvermittlung einen gemeinsamen Rehabilitationsplan. Flexible Jobs, die besser auf die Kranken zugeschnitten sind, können da eine Lösung sein.

... und es hat „Klick” gemacht

Ingalill Bohm ist Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt in Västerås:

„Wenn wir endlich einen Arbeitsplatz gefunden haben, der auf die entsprechende Person passt, sagen Arbeitgeber oft: Eine richtige Anstellung kommt aber nicht in Frage! Und dann kann sich alles ein paar Monate hinziehen. Aber es kommt oft vor, dass Arbeitgeber ihre Meinung ändern und die Person behalten wollen – auch wenn man Arbeitnehmer und Arbeitsplatz aufeinander abstimmen muss. Ich sage dann gern: Da hat es „klick“ gemacht.“

Von diesem ersehnten „Klick“ sind aber die meisten Langzeitkrankgeschriebenen noch weit entfernt. So sehr sich Kia Temmes einen Job wünscht, der auf ihre Möglichkeiten zugeschnitten ist – in Sicht ist er nicht: 

„Nein“, sagt sie. „Diesen Job gibt es nicht. Dann würde ich nicht hier sitzen.“

Projekt mit Zukunft?

Wenn das Pilotprojekt in Westschweden erfolgreich ist, soll sich die enge Zusammenarbeit von staatlicher Sozialversicherung und Arbeitsamt auch landesweit bewähren. Schon früher hat es ähnliche Projekte gegeben – mit grossem Erfolg: 35 Prozent der Arbeitsuchenden fanden wieder Arbeit. Das neue Projekt wird einer vorsichtigen Schätzung der Sozialversicherung zufolge mehrere Zehnmillionen Euro kosten. Doch diese Summe nimmt sich vergleichsweise bescheiden aus. Denn wer arbeitet, kostet kein Krankengeld.

Liv Heidbüchel

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