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Fussball-WM: Schweden zu Gast bei Freunden

Publicerat onsdag 1 februari 2006 kl 14.24

„Die Welt zu Gast bei Freunden” - so lautet das offizielle Motto der Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Doch bevor die Gäste kommen, statten ihnen die deutschen Gastgeber selbst noch einen Besuch ab. So veranstaltete das Stockholmer Goethe-Institut am 31. Januar einen Informationsnachmittag für schwedische Journalisten. Die Schweden sollten bei Sekt und Häppchen auf das grösste Sportereignis des Jahres eingestimmt werden.

„Und wenn dann die schwedische Mannschaft ins Finale kommt, gibt’s am 09. Juli eine grosse Party in Berlin.” Diesen Satz kann Hanns Nerger, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, mittlerweile wohl auswendig. Zigmal hat er ihn offenbar schon aufgesagt. Doch seine Wirkung verfehlt er nie. Dabei dürfte er - je nach Land, in dem er sich gerade befindet - jeweils eine andere Nationalmannschaft nennen.

Diesmal ist es also Schweden. Seinen Auftrag sieht Nerger ganz unpathetisch: „Ich sehe es rein aus beruflicher Sicht. Ich bin kein Fussballfan. Ich sehe es unter ökonomischen Gesichtspunkten. Für mich sind die 15 bis 20.000 Journalisten aus aller Welt das Interessanteste. Die werden nicht nur über die Spiele berichten, sondern auch darüber, was in der Stadt passiert. An diesen Medienbereich kommen wir sonst nicht heran.”

Und so haben sich an diesem Nachmittag rund 25 schwedische Journalisten im Stockholmer Goethe-Institut eingefunden, um den manchmal etwas weitschweifigen Ausführungen der deutschen Tourismusexperten zu lauschen. Oberstes Ziel dabei: ein positives, frisches Bild vom WM-Gastgeberland vermitteln. Doch meistens werden dann doch die altbekannten Deutschland-Klischees aufgewärmt.

Bier und Autos

Anhand einer umfassenden Diashow erfährt der schwedische Journalist alles über das gute deutsche Bier (aus Köln), die schönen deutschen Autos (aus Stuttgart) oder die total hippe Hauptstadt Berlin. Bei den Schweden kommt’s aber an. So findet Teres Malmgren, die bei einer privaten Stockholm Radioproduktionsfirma arbeitet: „Man spürt schon, wie toll das wird. Am liebsten möchte ich selbst sofort dorthin fahren. Die kriegen das schon hin. Mit einem schlechten Ruf müssen sich die Deutschen nicht herumschlagen.”

Auch die freie Journalistin Marie-Linn Fellner ist vom neuen Deutschland ganz hingerissen: „Das alles wirkt sehr gastfreundlich. Die Deutschen werden Gäste aus aller Welt willkommen heissen.”

Und während Gratisfussbälle und andere Marketinggeschenke verteilt werden, beschwören die Organisatoren wiederholt das Bild von der Partymeile Deutschland. Es werde einfach nur schön. So sei nicht mit massiven Preiserhöhungen in Restaurants und Hotels während des Turniers zu rechnen, hört man da. Ausserdem könne sich jeder ausländische Besucher in Deutschland absolut sicher fühlen auch nachts. Das Polizeiaufgebot werde nicht aufgestockt, dafür patroulliert die NATO mit Awacs- Aufklärungsflugzeugen vier Wochen lang über der Bundesrepublik. Sicher ist sicher. Christer Gustavsson von der Lokalzeitung in Norrköping fasst stellvertretend für alle zusammen: „Wir freuen uns auf ein tolles Turnier. Deutschland ist ein schönes Land. Und ich habe keinerlei Vorurteile.”

Eins muss man den Deutschen lassen. Wie man ein sportliches Grossereignis zu PR-Zwecken nutzt, wussten sie schon immer.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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