Beim Riesenslalom in Ofterschwang bewies Pärson ihre Olympiaform

Schwedens grösste Hoffnung in Turin - Anja Pärson

Sie war Weltcup-Gesamtsiegerin 2004 und 2005, hat Goldmedaillien bei den Ski-Weltmeisterschaften im italienischen Bormio, St. Moritz und St. Anton erstritten und jetzt ist sie eine der grossen Hoffnungen der schwedischen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Turin: Die Rede ist von der schwedischen Skiläuferin Anja Pärson. Radio Schweden stellt die Ausnahmeathletin vor und erinnert an ihre grössten Siege bisher

Olympische Spiele 2002 in Salt Lake City, Disziplin Riesenslalom: Ein aufgeregter Sportkommentator verfolgt, wie Anja Pärson wie ein geölter Blitz die Pisten runtersaust, sich vortbeikämpft an der Schweizerin Sonja Nef und es am Ende als Zweite auf das Siegertreppchen schafft. Nur die Kroatin Janica Kostelic ist schneller, ihre ewige Konkurrentin, mit der sie sich auch in Turin messen muss.

Doch nicht nur deshalb wächst der Druck, erklärt die blonde 24-Jährige kurz vor dem Start der Winter-Olympiade: „Die Olympischen Spiele sind das Grossereigniss 2006. Da wächst der Druck auf mich, vor allem, weil bei den Skilangläufern die Lage diesmal nicht so gut aussieht. Viele glauben, dass ich fünf Medaillen holen werde, aber wer Realist ist, muss einsehen, dass das ziemlich schwer ist. Schon eine Medaille setzt mich stark unter Druck.”

Skimetropole Tärnaby

Ein Druck, den die Nordschwedin bereits seit kleinauf kennt. Im Alter von drei Jahren stand sie zum ersten Mal auf den Brettern, ihre Heimat Tärnaby tat ein übriges, von dort kommt auch die Skilegende Ingemar Stenmark. Bereits bei Jugendwettbewerben zeigte sich das Talent von Anja Pärson: Mit Willensstärke und Zielstrebigkeit, gefördert durch Vater Anders nahm sie die nächsten Ziele ins Auge. Mit 17 erreichte sie einen beachtlichen 25. Platz beim Weltcuprennen im Riesenslalom in Crans Montana in der Schweiz. Ihre ersten Weltcup-Gesamtsiege legte sie 2004 und 2005 hin. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City holte sie Silber im Riesenslalom und Bronze im Slalom.

Start in allen Disziplinen

In Turin tritt sie nun in allen fünf Abfahrtsdisziplinen an - das gibt mehr Gewinnchancen, sagt Anja Pärson siegesgewiss: „Es ist wichtig, dass man weiss, dass man die Pisten schafft. Jetzt habe ich an allen Wettkampforten gewonnen, das erleichtert die Sache natürlich. Das Material spielt im Wettkampf eine wichtige Rolle: Hast du nicht die besten Skier, wirst du nicht gewinnen. Da verlasse ich mich ganz auf meinen Serviceexperten. Er sucht die richtigen Skier für die aktuelle Witterung aus, das richtige Ski-Wachs. Da muss alles stimmen, sonst hinke ich hinterher.”

Entscheiden wird nun die Tagesform, ob sich Anja Pärson in Turin gegen ihre grösste Konkurrentin durchsetzen wird. Bei der Weltmeisterschaft im italienischen Bormio im vergangenen Jahr lieferte sie sich mit Janica Kostelic erbitterte Kämpfe ums Edelmetall. Pärson gewann im Super-G und im Riesenslalom, in den Disziplinen Abfahrt, Slalom und Kombination ging Gold an die Kroatin. Es dürfte also spannend werden bei den Alpinen Skirennen in Turin.

Agnes Bührig

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