Neue Studie: Alzheimer ist grösstenteils erblich

Alzheimer ist grösstenteils erblich bedingt. Das fanden jetzt schwedische Forscher heraus und revidierten damit bisher geltende Forschungsergebnisse. In 80 Prozent lägen der Erkrankung genetische Faktoren zugrunde, berichten Forscher vom Karolinska Institut in Stockholm und der amerikanischen Universität von Südkalifornien. Agnes Bührig mit den Einzelheiten.

Es ist die grösste Zwillingsstudie zum Zusammenhang von Alzheimer und seinen auslösenden Faktoren, die jemals durchgeführt wurde. An der Untersuchung nahmen 12 000 schwedische Zwillinge über 65 Jahre teil. In 79 Prozent der Fälle zeigte sich, dass die Krankheit vor allem genetisch vorprogrammiert ist. Dieses Ergebnis rückt bisherige Forschungsergebnisse in ein neues Licht, sagt die Professorin für genetische Epidemiologie am Karolinska Institutet, Nancy Pedersen, die die Studie durchgeführt hat:

„Natürlich gibt es früh auftretende Alzheimerfälle, bei denen wir wissen, dass sie vererbt worden sind. Familien, wo es mehrere Menschen gibt, die ein bestimmtes Gen in sich tragen, das mit grosser Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch der Krankheit führt. Aber in der neuen Studie ist es uns gelungen, zu zeigen, dass auch sporadisch auftretende Fälle von Alzheimer genetisch bedingt sind.“

Zwischen sechs und zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre leiden an verschiedenen Formen der Altersdemenz. 75 Prozent von ihnen sind an Alzheimer erkrankt, das sind in Schweden 120 000 Menschen. Und weil auch hierzulande der Anteil älterer Mitbürger an der Bevölkerung zunimmt, sind steigende Gesundheitskosten vorprogrammiert. Mit Hilfe von Proben der Rückenmarksflüssigkeit soll es daher in Zukunft möglich werden, den Ausbruch der Krankheit vorherzusehen. Darüber hinaus gelten aber die Regeln, die für jeden Menschen lebensverlängernd sind, erläutert Mediziner Kaj Blennow, Professor für Neurologie am Universitätskrankenhaus Sahlgrenska in Göteborg:

„Es ist immer gut, wenn man gesund lebt. Auch die Alzheimer-Krankheit hat neben der genetischen Veranlagung noch weitere Faktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen können, zum Beispiel die seelische Verfassung eines Menschen und wie fit er oder sie körperlich ist. Wir hoffen, dass sich die Möglichkeiten für eine Behandlung schon in 5-10 Jahren deutlich verbessert haben.“

Entwarnung kann die Studie hingegen für Frauen geben werden: Die Untersuchung hat gezeigt, dass sie nicht öfter an Alzheimer erkranken als Männer. Sie sind zwar öfter betroffen, aber wenn man bei den Zwillingen den Altersfaktor herausnimmt, liegen die beiden Geschlechter gleichauf, so die Forscher der neuen Alzheimerstudie.

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".