Dieses Gebiet soll mit Kameras überwacht werden

Kameras sollen in Malmö für Sicherheit sorgen

Das Sicherheitsbedürfnis ist auch in Schweden in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Spektakuläre Raubüberfälle, Vergewaltigungen und schwere Körperverletzungen nehmen immer mehr zu - vor allem in den Zentren der schwedischen Grossstädte. Der Einsatz von Überwachungskamers wird daher immer häufiger erwogen. Während nur wenige Bürgerrechtler vor dem Grossen Bruder warnen, der alle Bürger überwachen will, stehen die meisten Schweden einer solchen Massnahme eher positiv gegenüber. Im südschwedischen Malmö wird deshalb das bisher grösste Projekt dieser Art geplant.

Umgerechnet rund 700.000 Euro lässt sich Malmö die erhöhte Sicherheit auf den Strassen der Innestandt kosten. Im Herbst sollen im gesamten Zentrum, vom Hauptbahnhof bis zum Möllevagnstorget sogenannte „dumme Kameras“ installiert werden. Das heist, diese Kameras können nicht bewegt oder fokussiert werden. Sie zeichnen einfach das Geschehen auf.

Für Bügermeister Ilmar Reepalu eine richtige Massnahme: „Auf dieser Strecke sind die meisten Menschen sowohl am Tag als auch in der Nacht unterwegs. Wenn dann etwas passiert, ist die Aufklärungsquote sehr hoch“, stellt Reepalu fest. Innerhalb der Polizei wird das Gebiet auch als „Räuberrevier“ bezeichnet. Erst kürzlich wurde hier ein Mensch erschossen.

Die Bilder sollen nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden und nur bei einem Verdacht eines Verbrechens auf Anfrage eines Gerichts abgerufen werden können. Die meisten Bewohner von Malmö befürworten die neuen Überwachungskameras.

Bürger für Überwachung

„Das finde ich gut, ich würde mich sicherer fühlen“, meint eine Passantin. Überwcht würde sie sich nicht fühlen, da sie ja weiss, dass niemand diese Kameras die ganze Zeit über verfolgt. „Wenn ich weiss, dass es die Kameras gibt fühle ich mich nicht überwacht“, so auch ein anderer Passant.

Die Generalsekretärin der Anwaltsvereinigung, Anne Ramberg, meint jedoch, dass das Projekt eine schwierige Gratwanderung zwischen Rechtsstaatlichkeit und Verbrechensbekämpfung bedeutet: „Grundsätzlich verletzt die Überwachung durch Kameras die Integrität des Einzelnen. Gleichzeitig können dadurch Verbrechen aufgeklärt werden. Es ist schwierig zu sagen, wie weit man gehen will.“

Die verantwortlichen Politiker sind der Meinung, dass die Kriminaltität in Malmö entschieden zu hoch sei und das etwas unternommen werden muss. Justitiekanslern, der Rechtsberater der Regierung, ist dagegen im Allgemeinen sehr restriktiv, wenn es um die Wahrung der Bürgerrechte geht. Er könnte gegen die Kameras in Malmö Einspruch erheben. Dies ist jedoch bisher nicht geschehen.

Dieter Weiand

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