Seuchenschutz-Experten wollen Meldepflicht für Vogelgrippe

Ganz allmählich rückt der Frühling näher, und Millionen Zugvögel werden schon bald in ihre schwedischen Sommerquartiere zurückkehren. Aber die Freude über das Gezwitscher der gefiederten Freunde ist diesmal deutlich gedämpft: Man befürchtet die Einschleppung der Vogelgrippe, von der Schweden bisher verschont geblieben ist. Klaus Heilbronner:

Das Vogelgrippe-Virus H5N1 breitet sich weiter aus. Nach Asien ist jetzt auch der Süden Europas betroffen, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann sich  Skandinavien mit dem Problem auseinandersetzen muss. Spätestens mit der Rückkehr der Zugvögel aus dem Süden wird die Krankheit auch hier zum Thema werden. Noch ist es nicht soweit, aber die für ihre Vorsicht bekannten Schweden wollen rechtzeitig Vorsorge treffen: In einem gemeinsamen Vorstoss setzen sich leitende Mitarbeiter der Sozialbehörden, des Landwirtschaftsministeriums und des Seuchenschutzamtes dafür ein, dass die Vogelgrippe meldepflichtig wird. Wer also den Verdacht hat, dass kranke Vögel  in seinem Garten nisten, oder wer verendete Tiere entdeckt, sollte das nächstgelegene Veterinäramt anrufen.

Anders Tegnell, Chef des Seuchenschutzamtes, begründet die Initiative:

„Das hat den Vorteil, dass man den Weg der Ansteckung verfolgen kann. Das Gesetz schreibt ja vor, dass Ärzte seuchenartige Erkrankungen melden und Kontrolluntersuchungen anordnen können, falls das notwendig sein sollte.“

Andererseits müsse sich niemand übertriebene Sorgen machen, denn, so Anders Tegnell, die Vogelgrippe sei in erster Linie eine Tierkrankheit, und die Ansteckung von Menschen sei äusserst selten. Und wer zum Beispiel in der Geflügelzucht arbeite, wisse auch, wie man sich schützen könne:

„Da gibt es ja klare Anweisungen vom Landwirtschaftsministerium und von der Arbeitsschutzbehörde, wie man sich verhalten soll, um nicht angesteckt zu werden, falls man mit kranken Vögeln zu tun hat.“

Der Seuchenschutz-Experte nahm auch zu Berichten Stellung, wonach in den betroffenen Ländern der Verkauf von Hühnerfleisch stark zurückgegangen ist, und gab in diesem Punkt klare Entwarnung:

„Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich die Vogelgrippe durch den Verzehr von Geflügel auf Menschen überträgt.“

Das gegrillte Hähnchen muss also niemandem im Halse stecken bleiben, und auch das Zwitschern der Singvögel sollte das bleiben, was es von jeher ist: ein Geschenk der Natur.

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