Die Obduktion bringt letzte Gewissheit

Vogelgrippe: Behörden warnen vor Panikmache

Mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt die schwedische Öffentlichkeit die ersten Vogelgrippefälle im Land - doch von Panik bislang keine Spur. Schweden sei gut auf diesen Ernstfall eingestellt, verlautbaren die Behörden. Und die Bevölkerung schenkt den Beteuerungen offenbar Glauben. Von verändertem Konsumverhalten in Bezug auf Geflügelprodukte ist jedenfalls noch nichts zu spüren.

In einem Radius von zehn Kilometern ist das Gebiet um das Atomkraftwerk Oskarshamn abgesperrt, dort, wo die ersten toten Reiherenten gefunden wurden. Weitere tote Vögel haben die Suchmannschaften bereits entdeckt. Ob sie ebenfalls an dem aggressiven Vogelgrippevirus starben, werden Labortests in den kommenden Tagen zeigen.

Ein Übergreifen von H5N1 auf Geflügelfarmen gilt bislang als kaum wahrscheinlich. Schliesslich wende Schweden seit Jahren strenge Sicherheits- und Hygienemassstäbe an, liess Landwirtschaftsministerin Ann-Christin Nykvist wissen. Überhaupt soll vor allem eine Botschaft verbreitet werden: Für den schwedischen Normalbürger hat sich vorerst nichts Wesentliches geändert. Annika Linde vom Seuchenschutzinstitut:

„Halten wir erst einmal fest, dass infiziertes Geflügel nicht in den Handel kommen kann. Diese Tiere sterben sehr schnell. Eine Infektion würde man also rechtzeitig erkennen. Ausserdem schickt niemand totes Geflügel in den Handel. Und wenn Geflügel gut gekocht oder gebraten ist, enthält es keine Viren mehr. Ich selbst habe heute Huhn zu Mittag gegessen und es schmeckte vorzüglich.“

”Keine Panik”

Auch Ornithologen mahnen nun gezielt zur Ruhe. Die Lage sei zwar ernst, jedoch könne man auf die in Schweden geltenden Routinen vertrauen, meint etwa Jonas Waldenström. Das Vogelgrippevirus sei schliesslich in erster Linie für Vögel gefährlich, nicht für den Menschen:

„Auf Hühnerfarmen verbreitet sich so ein Virus unglaublich schnell. Am Ende wären alle Tiere davon betroffen, die meisten würden sterben. Wie das bei Wildvögeln ist, lässt sich hingegen nicht genau sagen. Wichtig ist, dass man jetzt nicht plötzlich panische Angst vor Wildvögeln hat. Im Gegenteil. Wir können beispielsweise unsere Spatzen ohne Bedenken weiterhin füttern. Garantiert.“

Schutzimpfung für bedrohte Arten 

Und während die Suchtrupps bei Oskarshamn weiter nach Vogelkadavern unter den geschätzten 20.000 dort befindlichen Tieren suchen, greifen Naturfreunde bereits zu eigenen Mitteln. So will beispielsweise die Tierschutzvereinigung „Nordens Ark“ – zu Deutsch: die Arche des Nordens – all ihre seltenen Vogelarten per Impfung vor H5N1 schützen, die ohnehin vom Aussterben bedroht sind.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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