Neue Fälle des aggressiven Virus sind aufgetaucht

Vogelgrippe breitet sich aus

Die Vogelgrippe in Schweden ist auf dem Vormarsch. Seit Mittwoch ist klar: Das aggressive Virus hat nun auch Vögel in Karlskrona und Oxelösund dahingerafft. Damit bewegt sich H5N1 unaufhaltsam auf den Grossraum Stockholm zu – wenn es nicht schon längst dort angekommen ist. Doch die Behörden mahnen weiterhin zur Ruhe. Für den Menschen bestehe keine nennenswerte Gefahr.

Absperrband trennt seit heute die Uferpromenade von der Innenstadt Karlskronas. Dort, wo vor kurzem noch Spaziergänger ihre Runden drehten, hat die Polizei nun eine Seuchenschutzsperrzone eingerichtet. Ulf Lundgren vom Umweltschutzamt machte an dieser Stelle in der vergangen Woche den entscheidenden Fund:

„Letzten Donnerstag entdeckten wir hier eine tote Bergente und seit heute Morgen wissen wir, dass sie mit dem Virus infiziert war. Sie lag hier mitten in der Stadt, beim Marinemuseum. Aber meines Wissens ist das der einzige tote Vogel, der hier entdeckt wurde.“

Angst um Geflügelfarmen 

Damit ist die Vogelgrippe nun endgültig in die schwedischen Innenstädte vorgedrungen. Besonders Eltern in Karlskrona machen sich nun Sorgen, liegt der Fundort doch nur 200 Meter von einem Kindergarten entfernt. Aber eine akute Gefahr für den Menschen schliessen die Behörden noch immer aus. Bengt Larsson vom Landwirtschaftsamt sorgt sich vielmehr darum, dass das Virus bald auch auf Zuchtgeflügel überspringen könnte:

„Das war abzusehen, dass wir neue Fälle der Vogelgrippe entdecken würden. Und leider fürchte ich, dass es auch weitere Fälle geben wird. Das könnte auch zu einem Problem für Geflügelfarmen werden. Deswegen werden an den Fundstellen spezielle Schutzmassnahmen eingeleitet.“

Angst vor Übergreifen auf Menschen 

Bislang ist in Europa erst eine Geflügelfarm von der Vogelgrippe befallen worden, in Frankreich. Damit sich dies nicht auf schwedischem Boden wiederholt, hat die Regierung frühzeitig strenge Schutzregeln eingeführt. Geflügel darf im Umkreis von bestätigten Vogelgrippefällen weder transportiert noch gehalten werden. Dennoch macht sich langsam auch in der Bevölkerung die Angst vor dem Virus breit. Nach Einschätzung von Experten könnte H5N1 den Grossraum Stockholm bereits in wenigen Tagen erreichen. Aber Bengt Larsson vom Landwirtschaftsamt wiegelt ab:

„Ich kann verstehen, dass die Leute beunruhigt sind. Schliesslich geht es hier um dicht besiedeltes Gebiet. Doch die Massnahmen, die wir für Geflügelfarmen ergreifen, reichen derzeit vollkommen aus. Denn für die Menschen besteht keine Gefahr. Niemand muss sich jetzt Sorgen machen.“

Die gespannte Ruhe dauert also an – bis zum ersten Vogelgrippefall in Stockholm.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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