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Nüchternheitsbewegung erhält neuen Zulauf

Publicerat onsdag 24 maj 2006 kl 15.14

Schwedens Nüchternheitsbewegung blickt auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurück. Dabei ist der Christi Himmelfahrtstag seit Jahrzehnten der Tag, an dem die Bewegung im ganzen Land Kundgebungen abhält. Hauptziel ist der Kampf für eine drogenfreie Gesellschaft. Während die Bewegung in den vergangenen Jahrzehnten über Mitgliederschwund klagte, erhält sie neuerdings regen Zulauf. Die neuen Mitglieder sind vor allem gläubige Muslime.

Was als freikirchliche Bewegung entstand, ist heute immer noch eine der stärksten Bürgerbewegungen im Land. IOGT-NTO – diese etwas kryptischen Lettern stehen für rund 40.000 Mitglieder, die sich dem Kampf für eine Gesellschaft frei von Alkohol und sonstigen Drogen verschrieben haben. Neuerdings erfreut sich die Nüchternheitsbewegung eines unerwarteten Mitgliederzulaufs. Vor allem religiöse Muslime haben die urschwedische Bewegung für sich entdeckt. Mehmet Kaplan ist Moslem und Vorsitzender des Ortsverbands Stockholm:

„Die meisten Muslime sind, was Alkohol betrifft, aufgrund der Gesetze des Korans enthaltsam. Da ist es ganz natürlich, dass Muslime sich in der neuen Gesellschaft solchen Organisationen anschliessen, die deutlich Stellung gegen Alkohol und Drogen beziehen. Damit leisten sie ihren ideellen Beitrag zum neuen Heimatland.“

Importdroge Khat 

Seit 126 Jahren wirkt IOGT-NTO auf allen Ebenen der schwedischen Gesellschaft. Stand zunächst der Kampf gegen den Alkoholismus und seine sozialen Folgen ganz oben auf der Agenda, geraten heute andere Drogen ins Blickfeld – zum Beispiel Khat. Diese pflanzliche Droge ist nicht zuletzt deswegen zu einem Problem geworden, weil Einwanderer aus Ostafrika sie hierzulande verbreitet haben, sagt Max Dahlstrand. Der zum Islam konvertierte Schwede ist Initiator der Anti-Khat-Kampagne in Stockholm:

„Khat ist eine Droge, die man mehrere Stunden lang kaut. Sie enthält unter anderem Amphetamin. Wer Khat konsumiert, wird extrem verlangsamt. Man verhält sich nicht mehr normal. Leider ist diese Droge mittlerweile in Schweden sehr verbreitet – nicht nur unter Somaliern. Wir wollen verhindern, dass Khat sich weiter verbreitet.“

Soziale Komponente 

Wie alle Drogen, hat auch Khat einen sozialen Hintergrund. Zahlreiche eingewanderte Ostafrikaner fristen in den Stockholmer Vorstädten ein trostloses Dasein. Arbeitslosigkeit, Einsamkeit und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Integration haben den Konsum von Khat erheblich steigen lassen. Was den Kampf gegen die amphetaminhaltigen Blätter erschwert, sind rechtliche Fragen. In Grossbritannien ist Khat nicht einmal als Droge klassifiziert, in den Niederlanden darf es frei konsumiert werden. Das erleichtere den Schmuggel von Khat nach Schweden, beklagt Mehmet Kaplan:

„Heutzutage haben wir zulässige Einfuhrquoten von mehreren hundert Kilo. Man muss also schon sehr viel Khat dabei haben, um vom Zoll herausgefischt zu werden. Die konzentrieren sich ohnehin auf andere Drogen. Deswegen sind gerade diejenigen durch Khat gefährdet, die in den vergangenen 20 Jahren nach Schweden gekommen sind. Schweden ist einfach nicht auf das Khat-Problem eingestellt.“

Zulauf für Nüchternheitsbewegung

Mit einer Kundgebung im Stockholmer Vorort Rinkeby sowie einem anschliessenden Diskussionsforum wollen die Muslime innerhalb der schwedischen Nüchternheitsbewegung zu Christi Himmelfahrt das Problem Khat aufmerksam machen. Auch wenn der Konsum dieser Droge Anlass zur Besorgnis gibt - Schwedens Nüchternheitsbewegung hingegen haben die engagierten Muslime jedoch neues Leben eingehaucht.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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