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Schweden werden immer EU-skeptischer

Publicerat fredag 26 maj 2006 kl 11.51
Ja oder nein?

Dass die Schweden der EU skeptisch gegenüber stehen, ist an sich nichts Neues. Neu hingegen ist, dass immer weniger Schweden überhaupt keine Meinung mehr zur Europäischen Union haben. Laut einer neuen Untersuchung weiss jeder Vierte nichts mit der Union anzufangen. Einer der Gründe ist, dass Europathemen im schwedischen Wahlkampf kaum behandelt werden.

Laut der Untersuchung, die die Göteborger Universität im Juni offiziell vorstellen will, liefern sich EU-Befürworter und –Gegner mittlerweile ein Kopf-an-Kopf-Rennen. 39 Prozent der Schweden stehen der Europäischen Union positiv gegenüber, 37 Prozent wiederum lehnen die Mitgliedschaft Schwedens in der Gemeinschaft ab. Doch 24 Prozent, also nahezu jeder vierte Schwede, hat keine Meinung zur EU. Für Rutger Lindahl, Professor an der Universität Göteborg und Mitverfasser der Studie, eine alarmierende Entwicklung:

”Das ist sehr bedauerlich. Wenn Politiker, Parteien und Organisationen sich nicht in Europafragen engagieren, wird die Demokratie irgendwann Schaden daran nehmen.”

Europapolitische Orientierungslosigkeit

Als die Schweden Ende 1994 über den Beitritt zur EU abstimmten, lag die Ja-Seite zwar knapp vorne, der Anteil Unentschlossenener war jedoch mit 14 Prozent vergleichsweise gering. Selbst beim gescheiterten Referendum über die Einführung des Euro vor drei Jahren war die Zahl unsicherer Wähler geringer als heute. Laut Rutger Lindahl tragen vor allem die Parteien die Hauptverantwortung für die europapolitische Orientierungslosigkeit der Schweden:

”Man wird immer skeptischer. Wenn niemand Europathemen aufgreift, warum sollte ich als einzelner Wähler das tun? Im Wahlkampf der Parteien spielt die EU doch überhaupt keine Rolle.”

Dem Kontinent so fern 

Der „Kontinent“ – wie Europa hierzulande oftmals bezeichnet wird – ist den meisten Schweden also fern. Verbanden die Schweden mit dem Eintritt in die EU 1995 noch die Hoffnung, eine Mitgliedschaft könnte die heimische Wirtschaft ankurbeln, so scheint diese Erwartung heute gänzlich verflogen. Von Brüssel erwartet sich der Durchschnittsschwede kaum etwas – weder Gutes noch Schlechtes.

Brüsseler (Mit-) Verantwortung

Die Verantwortung liegt freilich nicht allein bei den vermeintlich desinteressierten Schweden. Auch Brüssel selbst tut derzeit wenig, die Relevanz der EU dem Unionsbürger begreiflich zu machen. Ironischer Zufall: Für die Öffentlichkeitsarbeit der EU zeichnet seit zwei Jahren eine Spitzenpolitikerin aus Schweden verantwortlich: die EU-Kommissarin Margot Wallström.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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