Mehr Ertrunkene im Juni

Das heisse Wetter der vergangenen Wochen lockt die Menschen ins kühle Nass. Mit schlimmen Folgen, wenn sie des Schwimmens nicht mächtig sind. Allein im Juni starben 19 Menschen in Schweden durch Ertrinken, acht mehr als ein Jahr zuvor.

Schweden ist das Land der Sicherheitsfanatiker. Wer in diesen Tagen eine Dose Bier kauft, wird nicht nur vor den schlimmen Folgen des Alkoholismus gewarnt, er oder sie erhält auch den Hinweis, dass der Bierkonsum auf Booten zu Unglücken führen kann. Neun der Todesfälle durch Ertrinken im Monat Juni waren auf Bootsunglücke zurückzuführen. Vor allem Männer zwischen 40 und 80 Jahren sind hier besonders gefährdet, berichtet Anders Wernesten von der schwedischen Lebensrettungsgesellschaft. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: 

”Viele suchen in diesen Tagen das Wasser auf. Viele sind lange nicht geschwommen und wissen gar nicht, ob sie das noch können. Die meisten schwimmen 10, 15, vielleicht auch 20 Meter, aber nicht mehr. Und wenn sie dann mal etwas länger schwimmen müssen, weil sie aus einem Boot gefallen sind, bekommen sie Probleme. Ausserdem ist es warm, sie trinken zu wenig, werden müde und bekommen einen Krampf. Dann gehen sie unter.“

Um älteren Schwimmern zu helfen, veranstaltet die Lebensrettungsgesellschaft zusammen mit dem Rettungsnotdienst in diesen Tagen spezielle Kurse. Und sie hat noch einmal an die Bildungspolitiker appeliert, auch den Schwimmunterricht an den Schulen ernst zu nehmen. Denn immer weniger Kinder können schwimmen. Dabei ist Schwimmunterricht ein Teil des Lehrplanes. Alle Kinder, die die fünfte Klasse besucht haben, müssten schwimmen können, kritisiert Wernesten. Wer es nicht kann, sollte mit einem erfahrenen Schwimmer üben gehen, so der Rat des Vertreters der Lebensrettungsgesellschaft.

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